NPL-Barometer: Klimabranchen zeigen höheres Ausfallrisiko

So sieht GPT das Thema

Das NPL-Barometer 2026 zeigt: In klimaintensiven Branchen fallen Firmenkredite deutlich häufiger aus als im übrigen Kreditbuch.

Die Kreditausfallquote liegt in klimaintensiven Branchen deutlich über jener im übrigen Firmenkreditgeschäft. Das zeigt das neue NPL-Barometer 2026 der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS), das gemeinsam mit der Frankfurt School of Finance & Management erstellt wird.

Zwar vergeben deutsche Banken insgesamt weniger Kredite an Industrie, Energie, Bau, Verkehr und Immobilienwirtschaft als ihre europäischen Wettbewerber. Die Ausfälle fallen hierzulande allerdings umso stärker ins Gewicht: Die Quote notleidender Kredite liegt in diesen Branchen 2,8 Prozentpunkte über dem übrigen Firmenkreditbuch. Im EU-Durchschnitt beträgt der Abstand lediglich 0,7 Punkte.

Damit weist kein anderer großer Bankenmarkt eine vergleichbare Differenz auf. Ende 2023 hatte sie in Deutschland noch 2,1 Punkte betragen.

Aus dem NPL-Barometer: starke Abweichung Deutschland versus EU

Aus dem NPL-Barometer: starke Abweichung Deutschland versus EU

Auch auf der Unternehmensseite bleibt die Entwicklung angespannt. Laut CRIF Deutschland stiegen die Unternehmensinsolvenzen 2025 auf rund 24.000 Fälle – ein Plus von 10% und der höchste Stand seit 2014. Zugleich gelten 10% der Unternehmen als insolvenzgefährdet, ein Punkt mehr als im Vorjahr. Die Daten sollen auch nach einzelnen Wirtschaftszweigen aufgeschlüsselt werden.

Für die Banken relevant ist zudem die Entwicklung bei Gewerbeimmobilien und im Mittelstand. Die im NPL-Barometer befragten Risikomanager erwarten bei Krediten an kleine und mittlere Unternehmen bis Ende 2027 einen weiteren Anstieg der Ausfallquote.

Auf der Restrukturierungsseite gewinnt derweil das StaRUG an Bedeutung. Nach Einschätzung der befragten Risikomanager ist das vorinsolvenzliche Instrument besonders relevant, weil Banken über das Mehrheitsprinzip auch zu einem Forderungsverzicht gezwungen werden können, den sie außergerichtlich nicht akzeptiert hätten.

Die Ergebnisse des NPL-Barometers werden am Montag, 14. September, im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz vorgestellt. Neben der BKS kommen dabei auch CRIF Deutschland und die Restrukturierungsexperten von Schultze & Braun zu Wort.

Die BKS vertritt Investoren, Servicer und Dienstleister im deutschen Markt für notleidende Kredite und erstellt das NPL-Barometer seit 2015 gemeinsam mit der Frankfurt School. CRIF Deutschland ist auf Kreditinformationen und Risikomanagement spezialisiert. Schultze & Braun berät bei Restrukturierung, Sanierung und Insolvenz sowie finanzierende Banken.

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