William Blair Investment Management: Die US-Intervention in Venezuela – eine Chance für EMD-Anleger?

Caracas, Hauptstadt von Venezuela

Zwar war nach dem massiven Aufbau von US-Militärpräsenz in der Region mit einer Form der militärischen Intervention in Venezuela zu rechnen, nur Umfang und Ausmaß der Maßnahme waren überraschend.

Nachdem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau am 3. Januar aus dem Land entfernt worden waren, gab die US-Regierung öffentlich ihre Absicht bekannt, Venezuela während eines friedlichen politischen Übergangs zu regieren. Gleichzeitig öffnete die US-Regierung US-Unternehmen die Tür für die Erkundung venezolanischer Ölfelder und möglicherweise auch der Reserven an Selten-Erden.

Wir sind sowohl im William Blair Hard Currency SICAV Fund als auch im William Blair Emerging Market Debt Mutual Fund gegenüber dem Referenzindex in venezolanischen Schuldtiteln übergewichtet. Auch im William Blair Frontier Fund halten wir eine Position in Venezuela. In allen drei Strategien halten wir sowohl staatliche als auch quasi-staatliche venezolanische Anleihen. Trotz der starken Erholung im Jahr 2025 blieben die Bewertungen stark diskontiert, was die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich eines Regimewechsels und des Zeitpunkts einer möglichen Umstrukturierung widerspiegelt.

Wir glauben, dass sich die Aussichten für eine Umschuldung deutlich verändern könnten, da sich die Erwartungen hinsichtlich des letztendlichen Wiedererlangungswerts venezolanischer Schulden verbessert haben. Wenn es zu einem glaubwürdigen und strukturierten politischen Übergang kommt, der es US-Unternehmen ermöglicht, ihre Ölförderung wieder aufzunehmen und eine Umschuldung zu erreichen, könnten die Preise für venezolanische Anleihen steigen.

Bemerkenswert ist auch, dass Vizepräsidentin Delcy Rodríguez das Amt als Teil einer Übergangsregierung übernehmen wird und nicht die Oppositionsführer Corina Machado oder Edmundo González. Die militärische Intervention der USA stellt eine bedeutende Wende in der US-Politik gegenüber Lateinamerika dar, die an die Monroe-Doktrin erinnert. Präsident Trump hat ein starkes Signal gesendet, dass die USA weiterhin einen großen Einfluss in der Region ausüben wollen.

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Ein möglicher Regimewechsel in Venezuela hätte erhebliche Auswirkungen auf die Preise venezolanischer Vermögenswerte. Obwohl die Lage weiterhin unbeständig und die Unsicherheit hoch ist, gehen wir derzeit davon aus, dass sich diese Entwicklungen positiv auf unsere Portfolios auswirken werden. Angesichts der Tatsache, dass die durchschnittlichen Preise venezolanischer Anleihen weiterhin deutlich unter unseren Schätzungen der potenziellen Rückzahlungswerte liegen, sehen wir derzeit ein sehr attraktives Anlageangebot und gehen davon aus, dass wir unsere Übergewichtung in diesem Land beibehalten werden. Obwohl die Volatilität wahrscheinlich hoch bleiben wird, glauben wir, dass Venezuela eine überzeugende Anlagechance bietet.

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