Anleihen heute im Fokus: hkw, MS Deutschland, VST, Windreich, Scholz

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Unliebsame Entdeckung

Eine Entdeckung der kurioseren Art machte dieser Tage offensichtlich die in Schieflage geratene hkw Personalkonzepte. Doch auch andere Mittelstandsanleihen kommen nicht aus den Schlagzeilen heraus.

Pikante Entdeckung: So hat die vorläufige Insolvenzverwaltung des Personaldienstleisters hkw herausgefunden, dass ein Darlehen in Höhe von knapp 6 Mio. EUR bis dato offenbar nicht bilanziert worden war. Dies habe der alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer G. Brunsveld bei einem niederländischen Institut aufgenommen. Darüber hinaus habe er die aus der Anleihe eingesammelten Gelder in Form mehrerer ungesicherter Darlehen an ihm verbundene Adressen ausgereicht – lapidar festgestellt also: das Geld ist weg. Kaum vorstellbar, dass hkw-Anleihen heute zu den Gewinnern zu zählen sein dürften.

Es ist das bisher größte Projekt für den österreichischen Anbieter von Technologielösungen für den Wohnungshochbau: Die VST Building Technologies AG gewinnt den Auftrag der IFA Projektgesellschaft Seniorenresidenz Bahnhofstraße Neunkirchen GmbH aus Schilling zur Errichtung einer Seniorenresidenz mit einem Volumen von 10 Mio. EUR. Zugleich übernimmt die VST die komplette Projektsteuerung als Generalunternehmer. Die Mittelstandsanleihe der VST Building Technologies (WKN: A1HPZD) ist seit September 2013 im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.

Weiterhin in unsicheren Rating-Gewässern bewegt sich die 50 Mio. EUR große Traumschiffanleihe der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH, die nach der Aussetzung des Ratings durch Scope kurz vor Weihnachten noch immer über kein gültiges Folgerating verfügt. Da ein aktuelles Rating laut Geschäftsordnung für den Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierbörse aber Voraussetzung für eine fortlaufende Notierung im Entry Standard für Anleihen ist, könnte bei Nichtvorlage eines solchen demnächst der Ausschluss in den einfachen Freiverkehr drohen.

Beide Windreich-Anleihen gehören ebenfalls fast täglich zu den Tagesgewinnern bzw. -verlierern, meist von Tag zu Tag abwechselnd. Gründer Willi Balz mischt seit einigen Wochen ja wieder mit in der Sanierung und schreibt genau wie vor dem Gang in das Insolvenzverfahren fleißig Briefe an seine Investoren.

Überraschend still ist es indes um die Restrukturierungsfortschritte beim angeschlagenen Rohstoffrecycler Scholz geworden. Die Anleihe über 182,5 Mio. EUR hat sich klammheimlich wieder Richtung 80% vorgeschoben. In wenigen Wochen jährt sich der Tag der Erstnotiz zum zweiten Male: Scholz war 2012 die erste Anleihe des noch jungen Jahres.

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