URA Emissions-Check für KMU-Anleihen: Neue ZWL III, Photon Energy II und VEDES III neu in der Beobachtung, 15 Anleihen mit unveränderter Beurteilung

Foto: © blende11.photo – stock.adobe.com
Foto: © blende11.photo – stock.adobe.com

Photon Energy II
Neu in der URA-Beobachtung ist auch die 2. Anleihe der Photon Energy N.V., eine Finanzholding für Projektgesellschaften (SPVs). Die SPVs betreiben Solarkraftwerke bisher vor allem in Tschechien und in der Slowakei; künftiges Neugeschäft in Australien und Ungarn geplant. Photon Energy II hat einen „URA-Haken“ erhalten.

Stärken: als Betreiber von Kraftwerken ein stabiler Cashflow mit bisher staatlich garantierten Laufzeiten deutlich über das Anleiheende hinaus (in den letzten 6 Jahren im Konzern stets ein positiver Free Cashflow). Überdurchschnittlich gläubigerfreundliche Anleihebedingungen (z.B. quartalsweise Zinszahlung). Sehr ausführliche Quartals-Finanzberichte.

Schwächen: ein nur sehr kleiner Betreiber. Bestenfalls ausreichende Bondspezifische Kennzahlen, positives bilanzielles Eigenkapital nur aufgrund einer hohen Neubewertungsrücklage (IFRS). Vermögen fast vollständig an die Banken der SPVs verpfändet. Anleihe ist strukturell nachrangig gegenüber den vorwiegend bei den SPVs liegenden Bankverbindlichkeiten (reine Holding). Bis Anfang November 2017 waren von den maximal 30 Mio. EUR Emissionserlösen nur 5,4 Mio. EUR platziert, davon 2,7 Mio. EUR für Umtausch in Anleihe I (restliche 8 Mio. EUR fällig im März 2018); dies erschwert die geplante Expansion in Ungarn, für die nur ein enges „Opportunitätenfenster“ besteht.

VEDES III
Neu in der URA-Beobachtung ist auch die 3. Anleihe der VEDES AG (Stückelung 100.000 EUR), die führende europäische Verbundgruppe für Spielwaren-Fachhändler. VEDES III hat einen „URA-Haken“ erhalten.

VEDES AG: Vorzeitige Kündigung der Schuldverschreibungen 2014/2019Stärken: etabliertes Geschäftsmodell und hohe Markenbekanntheit bei stabiler Endkundennachfrage. Keine Bankverbindlichkeiten. Zinsersparnis durch vorzeitige Rückzahlung der Anleihe II Ende Dezember 2017. Free Cashflow in 2016 positiv, nach 2 deutlich negativen Jahren. Überdurchschnittlich gläubigerfreundliche Anleihebedingungen (z.B. Zins-Step-up bei Verstoß gegen Transparenzverpflichtungen).

Schwächen: Preisdruck und Verdrängungsprozess innerhalb der bei VEDES organisierten stationären Spielwaren-Fachhändler durch Internetanbieter. Nur ausreichende Bondspezifische Kennzahlen; das um Sonderfaktoren bereinigte Renditeniveau der Jahre vor der Hoffmann-Großakquisition wurde noch nicht wieder erreicht; negatives ratingorientiertes Eigenkapital (hoher Goodwill). Scope-Emittentenrating (B+) bis zur Beendigung des Ratingauftrags deutlich vom „Investmentgrade“ entfernt. Das Ergebnis kommt vor allem aus Finanzdienstleistungen und kaum aus dem Kerngeschäft Großhandel & Logistik. Eigene EBIT-Prognose in den beiden letzten Jahren verfehlt.