URA Emissions-Check für KMU-Anleihen: BDT II, Homann II und paragon II neu in der Beobachtung, 20 Anleihen mit unveränderter Beurteilung

Rating-Symbol
Aktueller URA-Emissions-Check für KMU-Anleihen
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Im Rahmen des aktuellen URA-Monitorings ist uns aufgefallen: Nur noch wenige Emittenten von „Mittelstandsanleihen“  haben ein externes (Emittenten-)Rating. Nach Auflösung der meisten ursprünglichen „Mittelstandssegmente“ notieren nur wenige Anleihen in Nachfolgesegmenten wie „Scale“; die meisten Anleihen wechselten in den reinen Freiverkehr. Dort ist kein Rating vorgeschrieben, und im „Scale“-Segment gelten für Emittenten mit einer Aktiennotierung zusätzliche Befreiungsoptionen.

Von den durch URA beobachteten 25 Firmen (29 Anleihen) haben deshalb nur noch 10 Emittenten (12 Anleihen) ein Rating:

BioEnergie Taufkirchen (m:access) sowie FC Schalke 04 II + III, Hörmann II, Homann II, Joh. Friedrich Behrens II, Karlsberg II und Neue ZWL I + II (alle: Scale); außerdem Alfmeier, Jacob Stauder I und SANHA (alle: reiner Freiverkehr; bei einer anstehenden Aktualisierung dürften auch diese auf ein Rating verzichten).

Monitoring: Beobachtung durch URA begonnen

BDT II
Neu in der URA-Beobachtung ist die 2. Anleihe der BDT Media Automation GmbH, ein Anbieter von Datenspeicher- und Printlösungen. BDT II hat keinen „URA-Haken“ erhalten.

BDT Media Automation GmbH platziert erfolgreich neue 8% Anleihe 2017/2024 - Volumen der Anleihe beträgt 2,8 Mio. EURStärken: Weltmarktführer bei kompakten und mittleren Datenspeichersystemen; Innovationspartner und Lieferant führender IT-Konzerne; positiver Free Cashflow in den letzten 3 Jahren; Refinanzierung der Anleihe I im Oktober 2017 scheint gesichert (über Anleihe II und vor allem über ein Schuldscheindarlehen).

Schwächen: mitten in einem Transformationsprozess (kontinuierlicher Absatzrückgang des margenstarken Haupt-Segments „Storage Automation“ bei gleichzeitigem kostenintensivem Aufbau mehrerer kleiner Wachstumsgebiete); überwiegend schwache Bondspezifische Kennzahlen; in 4 der letzten 5 Geschäftsjahre (auch 2016) ein Verlust nach Steuern und die eigenen Prognosen teils deutlich verfehlt; im Testat des Geschäftsberichts 2016 ein Verweis auf die „angespannte Liquiditätssituation“; Anleihe ist rechtlich und auch strukturell (reine Holding) nachrangig und hat unterdurchschnittlich gläubigerfreundliche Anleihebedingungen.

Homann II
Neu in der URA-Beobachtung ist auch die 2. Anleihe der Homann Holzwerkstoffe GmbH, ein Anbieter von dünnen Holzfaserplatten vor allem für die Möbel- und die Türenindustrie. Homann II hat 1 „URA-Haken“ erhalten, mit Tendenz zu 2 Haken. Die Anleihe wurde zuletzt erfolgreich um 10 auf 60 Mio. EUR aufgestockt.

Stärken: etabliertes Geschäftsmodell; Nr. 1 in Europa bei dünnen Holzfaserplatten; Refinanzierung der 1. Anleihe im Dezember 2017 scheint über die 2. Anleihe und über Bankdarlehen an polnische Töchter gesichert zu sein; Potenzial für eine deutliche Verbesserung der Bondspezifischen Kennzahlen und des Cashflow nach den weitgehend abgeschlossenen Investitionen in ein neues Werk in Polen (in 2016 erstmals ein positiver Free Cashflow nach 3 deutlich negativen Jahren); klar überdurchschnittlich gläubigerfreundliche Anleihebedingungen.

HOMANN HOLZWERKSTOFFE GmbH: Aufstockung der Unternehmensanleihe 2017/2022 um bis zu EUR 10 Mio. im Zuge einer Privatplatzierung geplantSchwächen: bisher nur ausreichende Bondspezifische Kennzahlen (z.B. Forderungen gegen Gesellschafter mehr als 50% des bilanziellen Konzern-Eigenkapitals); hohe unbesicherte Forderungen der Emittentin an Töchter; größter Teil des Vermögens an Banken verpfändet; in den letzten 4 Jahren hohe Sondererträge; eigene Prognosen in den letzten Jahren verschiedentlich verfehlt; Anleihe ist strukturell nachrangig (reine Holding).