Gewinne bei Syngenta sprießen – mit den Anleihen war jedoch bisher kein Staat zu machen

Syngenta Spielbild 1

Der im schweizerischen Basel sitzende Agro-Chemiekonzern Syngenta konnte in den letzten Tagen einen Gewinnsprung von 32% auf 1,23 Mrd. USD im Vergleich zur Vorjahresperiode vermelden. Den diversen Syngenta-Anleihen hat das allerdings rein gar nichts gebracht. Eine Bestandsaufnahme mit Alternativen. Von Robert Steininger.

Syngenta wurde vor einem Jahr vom chinesischen Staatskonzern ChemChina übernommen. Im Zuge der Übernahme trennte man sich von einigen Geschäftsbereichen. Zur Finanzierung wurde zudem 2018 eine ganze Serie neuer Anleihen begeben, als Emittent fungiert hier Syngenta Finance. Abgesehen von älteren Syngenta-Anleihen laufen die diversen 2018 emittierten z.B. bis 2021, 2023, 2025 und 2048. Die Renditen liegen allesamt bei ca. 6,5%.

Die guten Geschäftsergebnisse von Syngenta seit der Übernahme sind vor allem auf ein sich wieder einstellendes Wachstum in China und Brasilien zurückzuführen. In Brasilien scheint der landwirtschaftliche Motor nach einigen Jahren der Rezession wieder anzuspringen. Die Verkäufe von Syngenta stiegen hier um 12%. In Europa sowie Afrika und dem Mittleren Osten, der eigentlichen Kernregion des Syngenta-Geschäftes mit Pflanzenschutz und kommerziellem Saatgut, konnte ein Wachstum von gut 7% erreicht werden. In Nordamerika erzielte man trotz der kalten Witterung im letzten Winter, vor allem in Kanada, immerhin noch ein Plus von 4%. Richtig gut läuft es seit der Übernahme durch ChemChina allerdings in Asien und China: 16% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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Doch: teilweise Sondereffekt-bedingt
Mit ein Grund für die aktuell sprießenden Gewinn sind auch Wechselkursgewinne. Rechnet man alles auf konstante Wechselkurse zurück, kommt man so nur auf ein Umsatzwachstum von etwa 2%. Für einen Giganten wie Syngenta, immerhin Marktführer bei Pflanzenschutz und dritter bei kommerziellem Saatgut, ist das angesichts der Kosten für die Übernahme, die auch in der Abgabe von Geschäftsbereichen wegen kartellrechtlicher Bedenken mündeten, dennoch ein gutes, wenn auch nicht ganz so berauschendes Ergebnis.

Auch die Zinskosten zur Finanzierung drückten den Konzerngewinn. Die abgegebenen Geschäftsbereiche kosteten Syngenta immerhin einen Umsatzbeitrag von weiteren 5%. Syngenta steht übrigens beim Geschäftsbereich Saatgut und Pflanzenschutz in direkter Konkurrenz zu Monsanto beziehungsweise dem Bayer-Konzern. Trotz der Sondereffekte scheinen die Geschäfte aber wohl auch in Zukunft zu laufen. Der Konzentrationsprozess auf den Agrarmärkten spielt Syngenta natürlich in die Karten. Die Margen betragen aktuell schon jetzt etwa 23%: ein Wert, den nicht jede Branche für sich beanspruchen kann.

Anleger sind jedoch verunsichert
Viele Anleger sind nach wie vor verunsichert, wenn es um die Frage geht, wo sie ihr Geld sinnvoll anlegen können. Festverzinsliche Sparformen wie Tagesgeld oder Festgeld sind wegen des schon lange anhaltenden historisch niedrigen Zinsniveaus nur noch eine Notlösung. Die Zinsen können derzeit nicht einmal mehr die Inflation auffangen. Immobilien sind häufig schon überteuert und regelmäßige Turbulenzen an den Aktienmärkten schrecken viele Anleger ab, ihr Geld in Aktien zu investieren oder sich überhaupt nur damit zu beschäftigen.

Syngenta Farmer

Der eine oder andere nimmt daher einen Teil seines Geldes und steckt es in riskante Investments, etwa in den Forex- und CFD-Handel oder neuerdings auch in Kryptowährungen, andere versuchen den großen Wurf im Online-Casino (einen guten Überblick bietet zum Beispiel Neteller Casinos 2018).

Immerhin stehen die Gewinnchancen hier nicht schlechter als bei binären Optionen. Binäre Optionen sind übrigens durch die europäische Finanzaufsichtsbehörde ESMA seit Anfang Juli 2018 für Privatanleger verboten worden (sh. auch Kommentar hier). Die Begründung lautet, dass bei den meisten Konstruktionen keine fairen Gewinnaussichten bestehen und Anleger auf diese Weise viel Geld verloren haben.

Unternehmensanleihen könnten die Lücke füllen
Anleihemärkte, insbesondere die für Unternehmensanleihen, entwickeln in den letzten Jahren erstaunlich stabil. Das hängt natürlich mit den höheren Renditen gegenüber anderen festverzinslichen Anlagen zusammen. Die Ausfallrate war im Ganzen gesehen auf den europäischen Märkten zudem gering. Selbst auf den Emerging Markets kam es nur zu wenigen Havarien.

In der Betrachtung des Gesamtrisikos schneiden Unternehmensanleihen, abhängig von den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zweifellos, wesentlich besser ab als viele andere Anlageformen. Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten könnten Anleihen für eine große Anlegerschaft weiterhin attraktiv bleiben.

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Fazit
Das Problem ist aber auch hier das gleiche wie bei Aktien, nämlich an z.B. Neuemissionen überhaupt heranzukommen. Ist eine Anleihe erst einmal emittiert, steigen die Bonds häufig rasch deutlich über pari, was die laufende Rendite natürlich schmälert. Das Timing muss also stimmen, sowohl bei Syngenta wie auch bei Aktien, Sportwetten oder Online-Casinos.

Fotos & Grafiken: @syngenta