Syrien-Konflikt – kehrt etwa die Angst zurück?

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Panthermedia/Martin Meese

Der Syrien-Konflikt ist das beherrschende Thema an den Märkten. Die Anleihekurse steigen wieder, denn die Anleger suchen nach Sicherheit. Droht jetzt ein militärisches Eingreifen der USA und ihrer Verbündeten – lohnt sich jetzt ein Einstieg bei Staatsanleihen?

Der Zinsanstieg für Staatsanleihen in Deutschland und in den USA ist vorerst gestoppt. In den Vereinigten Staaten sind die Renditen der richtungsweisenden 30-jährigen Treasury-Bonds in der letzten Woche von 3,8% auf beinahe 3,7% um fast 0,1 Prozentpunkt gefallen. In Deutschland fiel der Rückgang bei den 10-jährigen Bundesanleihen von 1,93% auf 1,85% etwas geringer aus. Die Zinsstrukturkurven sind insgesamt wieder flacher geworden. Als sich am Dienstag (27.8.) die Krise deutlich verschärfte, kam es am Kapitalmarkt zu massiven Umschichtungen. „Raus aus den Aktien und rein in die Staatsanleihen“ – so lautet seither die Devise.     Ob es zu einem militärischen Eingreifen der westlichen Staatengemeinschaft kommt, ist ungewiss. In Großbritannien hat Premierminister David Cameron überraschend eine Abstimmung im Unterhaus verloren und bekanntgegeben, dass das Vereinigte Königreich nicht am Syrien-Angriff teilnehmen werde. Die Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Kongress hat US-Präsident Obama noch vor sich. Urlaubsbedingt gab es dort noch keine Debatte. Der Ausgang dort ist ebenfalls ungewiss. Jedoch wächst der Widerstand in der Bevölkerung gegen ein Eingreifen. Abzuwarten bleibt das Ergebnis der UN-Inspekteure: Belastbare und eindeutige Belege über einen Giftgaseinsatz liegen bislang noch nicht vor.

Was bedeutet dieses Umfeld für einen langfristig orientierten Investor? Zunächst gilt es, Ruhe und einen kühlen Kopf

Wolfgang Juds; CREDO Vermögensmanagement

Wolfgang Juds; CREDO Vermögensmanagement

bewahren. Politische Börsen sind erfahrungsgemäß kurzfristiger Natur. Mittel- bis langfristig sollten sich die fundamentalen Daten durchsetzen. Mein Augenmerk liegt auf den Daten zur Konjunktur- und Inflationsentwicklung sowie auf der Haltung der Zentralbanken. Die gilt es im Auge zu haben und die Anzeichen für einen zarten Konjunkturaufschwung nehmen zu. Sowohl in Europa als auch in den USA mehren sich positive Signale. Das macht Mut! Darauf aufbauend würde ich die Struktur des Anleiheportfolios ausrichten. Weitere Kursgewinne am Anleihemarkt könnten zu Gewinnmitnahmen genutzt werden und die Duration entsprechend verkürzt werden.

Wolfgang Juds,
Inhaber der CREDO Vermögensmanagement GmbH