Bond Market Report am 5. Juli: Markit-Indizes EU, US-Industrieaufträge, EZB, Fed, BoE/Brexit

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Nachdem die US-Börsen zum gestrigen Wochenauftakt feiertagsbedingt geschlossen blieben, können Marktakteure heute wieder mit Impulsen aus den USA und von den dortigen Handelsplätzen rechnen. Daneben werden auch Konjunkturdaten wieder eine Rolle spielen: So werden die endgültigen Markit Einkaufsmanagerindizes für das Dienstleistungsgewerbe verschiedener EU-Mitgliedsstaaten veröffentlicht. Am Nachmittag stehen die Auftragseingänge der US-Industrie im Fokus. Mit Blick auf die positive Entwicklung des ISM und des Chicagoer Einkaufsmanagerindex in den vergangenen beiden Monaten sollten die US-Unternehmen einige Aufträge erhalten haben. Im weiteren Verlauf wird man den Aussagen verschiedener Notenbankvertreter von EZB, BoE und Fed Aufmerksamkeit schenken. Schließlich sind mögliche Auswirkungen des Brexits nach wie vor Thema an den Märkten.

Ausgewählte Daten des Tages
Zeit        Land          Indikator                                                               Periode        Schätzung         Letzter
9:45         IT            PMI Dienstleistungen                                             Jun.                50,4               49,8

9:50         FR           PMI Dienstleistungen                                             Jun.                49,9               49,9
9:55         GE           PMI Dienstleistungen                                             Jun.                53,2               53,2
10:00       EC           PMI Dienstleistungen                                             Jun.                 52,4              52,4
11:00       EC           Einzelhandelsumsätze (M/M / J/J, in %)                 Mai             0,4 / 1,7           0 / 1,4
16:00       US           Auftragseingänge langl. Wirtschaftsgüter (in %) Mai                 -2,2                -2,2
16:00       US           Industrieaufträge (M/M, in %)                               Mai                 -0,8                 1,9
                MB           3/12 M Schätze
                AS            2026/27 Bonds
                BE            3/6 M Schätze
                GE            2046 Linker
                US            Fed-Redner: Dudley
                EC            EZB-Redner: Lautenschläger, Mersch
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research

Themen des Tages
• Standortwettbewerb in Europa ist eröffnet

• BoE wird abwarten

Marktkommentar
Die ersten Daten wurden heute Morgen über die chinesische Wirtschaft veröffentlicht. Der Caixin Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe konnte im Monatsvergleich deutlich auf 52,7 Punkte zulegen. Den asiatischen Aktienmärkten half das jedoch nur wenig. Man scheint sich wieder vermehrt Sorgen über die Wachstumsperspektiven weltweit zu machen.

Renten1In UK scheint man zumindest die ersten Antworten gefunden zu haben, wie man den Standort für internationale Unternehmen attraktiv halten kann, auch als Nicht-EU-Mitglied: Senkung der Unternehmenssteuersätze.

Das ist jedenfalls ein Vorschlag des britischen Finanzministers. Dass das gepaart mit einigen Sonderreglungen bspw. für die Nutzung von „Intellectual Property Rights“ eine erfolgreiche Strategie sein kann, macht Irland ja vor.

Der EU dürfte das jedoch kaum gefallen. Schließlich muss man darauf eine Antwort finden. Es könnte ja durchaus sein, dass in Kontinentaleuropa ansässige Unternehmen so etwas ebenfalls attraktiv finden und ihren steuerlichen Hauptsitz dann auf die Insel verlegen.

Noch bevor die Briten in die Austrittsverhandlungen gemäß Artikel 50 des EU-Vertrages eintreten, werden Positionen abgesteckt. Es ist zu hoffen, dass man in Brüssel inzwischen an der eigenen Position arbeitet.

Die britischen Überlegungen zeigen aber, wohin die Reise gehen könnte: Niedrige Steuern, deregulierte Finanz- und Arbeitsmärkte auf der Insel, das Gegenteil in der EU. Der Standortwettbewerb ist eröffnet. Und die einzelnen EU-Länder täten gut daran, ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit zu überprüfen.

Immerhin dürfte es heute wieder mehr Leben auf den Kapitalmärkten geben, denn heute Nachmittag wird in den USA ebenfalls wieder gehandelt.

Renten2Gestern kamen die Kurse der Staatsanleihen aus der Peripherie wieder einmal unter leichten Abgabedruck: Man macht sich erneut Sorgen um den Zustand des italienischen Bankensystems, nachdem es am Wochenende Äußerungen des italienischen Regierungschefs gab, wonach man bereit sei, die Banken staatlich zu stützen. Das ist allerdings mit geltendem europäischen Recht nicht vereinbar. Ein weiteres Beihilfeverfahren wäre die Folge.

Daneben dürften Konjunkturdaten von Interesse sein. Die endgültigen Markit Einkaufsmanagerindizes für das Dienstleistungsgewerbe dürften zeigen, dass sich das Wachstum in diesem Sektor der Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten fortsetzen wird, allerdings ohne große Dynamik.

Am Nachmittag sind die Auftragseingänge der US-Industrie zu beachten. Mit Blick auf die positive Entwicklung des ISM und des Chicagoer Einkaufsmanagerindex in den vergangenen beiden Monaten sollten die US-Unternehmen einige Aufträge erhalten haben. Ansonsten lässt sich die aufgehellte Stimmung in diesem Segment der US-Wirtschaft kaum noch erklären.

Renten3Die europäischen Notenbanker werden keine Impulse für den Handel geben. Sie werden sich hinsichtlich weiterer expansiver Maßnahmen durch die EZB in Zurückhaltung üben. Auch von der BoE sind noch keine Maßnahmen zu erwarten. Vermutlich wird man sich dort die Auswirkungen des Referendums erst einmal genauer anschauen. Außerdem dürfte die GBP-Schwäche für deutlich steigende Preise sorgen, was durch zusätzliche Lockerungsmaßnahmen noch verschärft werden würde.

Der Bund Future dürfte den Tag mit leichten Kursgewinnen beginnen und zwischen 166,35 und 167,75 notieren. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte sich zwischen 1,38% und 1,52% bewegen.

Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben