Trau schau wem bei Anleihefonds

Cristian Balteo, Nordea AM
Cristian Balteo, Nordea AM

Die Konsequenz daraus ist Balteo zufolge, dass viele vermeintlich gut diversifizierte Rentenfonds ihr Geld zwar ausschließlich in Anleihen und andere Zinspapiere investieren – so wie das ihre Bezeichnung nahelegt. Von ihrem Anlagecharakter her ähneln sie aber mehr und mehr einem Aktienprodukt.

Daraus ergeben sich für Balteo zwei Überlegungen, die Investoren unbedingt berücksichtigen sollten: Zum einen ist die Diversifikation in vielen gemanagten Anleiheportfolios nicht mehr so ausgeprägt wie sie einmal war, dadurch, dass der Anteil defensiver Papiere gesenkt worden ist. Denn die Renditen, die sie abwerfen, sind zu gering. Im Gegenzug haben viele Manager den Anteil von Hochzinsanleihen hochgefahren, die wiederum stark zueinander korreliert sind.

Zum zweiten ist zu berücksichtigen, dass der Diversifikationseffekt, den Rentenfonds insgesamt auf ein Portfolio haben, sinkt. Und zwar dadurch, dass bei ihnen Hochzinspapiere überrepräsentiert sind. Denn diese Anlagen sind stark mit Aktien korreliert – der anderen großen Anlagekomponente in vielen Portfolios.

Foto: © bluedesign/stock.adobe.com

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„Wir verfolgen daher bewusst einen anderen Ansatz bei der Konzeption unserer Anleiheportfolios“, erläutert Balteo. „Die Philosophie, die unser Multi-Asset-Team seit über einem Jahrzehnt verfolgt, nennen wir ‚risikobalanciert‘. Wir suchen und identifizieren zwar auf der einen Seite die renditeträchtigsten Anlagen. Aber unterscheiden dabei andererseits nach zwei Arten von Risikoprämie: nämlich denjenigen Anlagen, deren Prämie hochkorreliert ist mit der von Aktien, und denen, die sich negativ, also gegenläufig, zu Aktien entwickeln.“

Dahinter steckt die Idee, ein Portfolio aufzubauen, das – unabhängig davon, welche Anlageform auf dem Label steht – systematisch strukturiert, gleichzeitig aber ausbalanciert ist zwischen diesen beiden Polen.

„Unser Ziel ist, die von uns vorgegebene Rendite über den gesamten Investmentzyklus zu erwirtschaften, ohne dass wir davon abhängig sind, jederzeit die passende makroökonomische Einschätzung zu haben.“

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