Windreich zahlte Zinsen pünktlich und verfasst emotionalen Investorenbrief

Quelle: Windreich AG
Windreich

Bei der zweiten Windreich-Anleihe 2011/16 stand in den letzten Tagen die Zinszahlung an. Die mit seinen beiden Mittelstandsanleihen inzwischen nicht mehr im Bondm notierte GmbH zahlte anderslautenden Befürchtungen pünktlich – und wandte sich in einem persönlichen und emotionalen Brief an ihre Anleiheinvestoren.

Mit Hilfe eines institutionellen Investors, so Gründer und Geschäftsführer Willi Balz, sei der Windreich GmbH insgesamt 25 Mio. EUR zur Verfügung gestellt worden. So habe die eiserne Reserve von 11 Mio. EUR firmenseitig nicht angetastet werden müssen.

Aufgrund des erreichten Baufortschritts des Windparks Global Tech I – einem 400 MW Offshore-Projekt – flössen der Global Tech I GmbH bereits heute über 12 Mio. EUR Erlöse pro Monat zu mit der Folge, dass die von Balz und der Windreich GmbH zusammen gehaltenen 14% an Global Tech I eine erhebliche Werterhöhung erfuhren, so Balz. Zugleich sah sich der Firmenchef in seinem beharrlichen Bestreben bestätigt, an den gehaltenen

Willi Balz

Willi Balz

Anteilen mit aller Kraft festzuhalten, um von Wertsteigerungen im Laufe der kommenden Bauschritte auch adäquat zu profitieren. Die Rückführung der besagten Anleihe wäre  nötigenfalls allein aus den GTI-Erlösen „leicht möglich“, so Balz.

Beim Windpark MEG 1 werde die aus GTI erworbene Lernkurve voll umgesetzt. Die Windreich GmbH habe darin schon 120 Mio. EUR investiert und gehe davon aus, die bei GTI schon erreichte weltweit höchste Projektfinanzierung – rund 1,055 Mrd. EUR – bei MEG 1 sogar noch um mindestens 100 Mio. EUR zu übertreffen, so Balz weiter, und: „MEG 1 wird uns in den nächsten Monaten noch Freude bereiten.“

Es folgen noch einige gewohnte Seitenhiebe gegen die überproportionale Förderung der Photovoltaik in Deutschland, gegen Kohlekraftwerke im Ruhrgebiet als Auslöser der 20 Mrd. EUR teuren Jahrhundert-Flutkatastrophe Anfang Juni, gegen unkritische Medien sowie schließlich gegen die eigene Branche, hier allerdings die Landschaftbild-verschandelnde Onshore-Windenergie.

„Man hat bei Photovoltaik viel zu spät bemerkt, dass die Sonne nachts nie scheint, tagsüber nicht immer und im verbrauchsintensiven Winter besonders selten“, ist immerhin ein echtes Balz-Unikum aus dem Investorenbrief.

Die beiden Windreich-Anleihen (I: 2010/15 und II: 2011/16) sammelten in summa 125 Mio. EUR ein (50/75 Mio.), jeweils bei einem Kupon von 6,5%. Bis zum Frühjahr waren sie im Stuttgarter Bondm notiert, bis der Emittent die Mitgliedschaft aufkündigte und jetzt nur noch im Stuttgarter Freiverkehr notieren lässt. Beide haben sich erheblich von ihren Tiefstständen erholt und bewegen sich aktuell zwischen 30 und 40% zwar auf gedrücktem, jedoch nicht mehr unbedingt eine nahe Insolvenz indizierendem Kursniveau.

Ein ausführliches Interview mit Willi Balz zum Stand der Dinge finden Sie hier: Teil 1 und Teil 2.