Windreich: was hat die Bank Sarasin mit der Insolvenz zu tun?

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Brisante Details über die Insolvenz der Windreich GmbH (der BondGuide berichtete), was die WirtschaftsWoche in ihrer jüngsten Ausgabe veröffentlichte: So wurde der Insolvenzantrag des Gründers Willi Balz bereits am Freitag, den 06.09. gestellt. Die Anleihen konnten dann noch den ganzen Montag zu vergleichsweise „moderaten“ Kursen um 50% ganztägig gehandelt werden, ehe am Montagabend eine offizielle Mitteilung über den Zahlungsausfall kam.

Naturgemäß haben dann erst am nächsten Handelstag – Mittwoch, da die beiden Anleihen am Dienstag ausgesetzt waren – die Anleihen mit einem massiven Kurssturz um bis zu 80% reagiert. Heute stehen sie bei ca. 10% vom Nominalwert.

Das Wirtschaftsmagazin berichtet weiter, dass bereits über eine Woche vorher einer der Gläubiger einen Insolvenzantrag gestellt habe. Windreich-Chef Balz konnte das Amtsgericht jedoch überzeugen, dass er die Zahlungsschwierigkeiten  beheben könne – ein offensichtlicher Irrtum.

Natürlich wird jetzt im Markt spekuliert, welcher Gläubiger denn den Insolvenzantrag für Windreich gestellt hatte. Immer häufiger wird der Name der Schweizer Bank Sarasin genannt. Interessant in dem Zusammenhang, dass gerade Sarasin im März dieses Jahres eine Insolvenz des Windunternehmens mit einem Kredit verhindert haben soll.

Zudem haben beim Landgericht Regensburg Anleger eine Klage gegen die Schweizer eingereicht. Der Vorwurf: man hätte zu wenig über die Risiken informiert – u.a. einen Kredit von 70 Mio. EUR, den die Bank schon vorher an Windreich gewährt hatte.

Wir bleiben hier am Ball und werden regelmäßig auf unserer Website über die Windreich-Insolvenz und die weitere Vorgehensweise berichten. Dem Vernehmen nach dürften zahlreiche Privatanleger betroffen sein.

Aktueller Kurs der Windreich-Anleihe 10/15
Aktueller Kurs der Windreich-Anleihe 11/16

Quelle: u.a. WirtschaftsWoche.de