Windreich insolvent – das machen die beiden Anleihen

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Panthermedia/Andreas Schulze

Der Windparkprojektierer ist nun doch zahlungsunfähig. Gründer Willi Balz beantragte ein Insolvenzverfahren in Eigenregie. Von seinen Ämtern trat er mit sofortiger Wirkung zurück. Die Aussichten für die beiden Anleihen 2010/15 und 2011/16 sind jetzt alles andere als rosig.

Der Windparkbetreiber war geplagt von Verpflichtungen in dreistelliger Millionenhöhe. Die Situation bei Windreich ist schon länger im Visier von Behörden wie auch Gerichten: So ermittelte die Staatsanwaltschaft Stuttgart bereits gegen frühere Vorstände wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.

Dies hatte Balz stets zurückgewiesen und Optimismus verbreitet (siehe auch BondGuide-Interview Teil I und II mit Willi Balz von Juni 2013).

Seither schrieb Balz zahlreiche Briefe an seine Anleiheinvestoren und verbreitete darin stets den von ihm gewohnten Optimismus.

In den Jahren 2010 und 2011 hat Windreich zwei Mittelstandsanleihen im Volumen von insgesamt 125 Mio. EUR und Laufzeiten bis maximal 2016 in Bondm begeben. Schon in den vergangenen Monaten hatten die Kurse der beiden Anleihen weiter nachgegeben. Die beiden Bonds mit einem jährlichen Kupon von jeweils 6,5% gingen zuletzt zu 56% (2010/15) und 48% (2011/16) um. Die Insolvenznachricht war in den gestrigen Kursen noch nicht enthalten: Im heutigen Handel dürften sich die Bonds Richtung einstelliger Prozentzahlen bewegen.