„Wer gut essen will, kauft Aktien; wer gut schlafen will, kauft Anleihen“ – André Kostolany

Foto: © Coloures-Pic – stock.adobe.com
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Auch 18 Jahre nach dem Tod von Börsenlegende André Kostolany zählen Bonds wie Dividendenaktien zu den wichtigsten Anlageformen. Während die Volatilität an den Aktienmärkten zumindest in den letzten Wochen spürbar zugenommen hat und die Börsen durch Befürchtungen steigender Inflation, drohender Strafzölle sowie Zinssteigerungen unsicherer wurden, hat sich der DAX in den letzten 12 Monaten gerade mal um 1,5% (März 2017/18) verändert. Das Risiko, ausgedrückt durch die Schwankungsintensität, nimmt zu, während die Renditeaussichten mittelfristig eher stagnieren. Währenddessen ist und bleibt der Markt für Mittelstandsbonds von diesen Entwicklungen an den globalen Kapitalmärkten und seinen Turbulenzen weitgehend verschont, befindet Anleiheexperte Jakob Fichtner, von www.bondwelt.de.

Transaktionen kleiner und mittelständischer Unternehmen sind jedoch weniger durch Veränderungen der Zinsen oder Risikowahrnehmungen an den globalen Kapitalmärkten beeinflusst, sondern fast ausschließlich durch die Wahrnehmung der Investoren hinsichtlich Fähigkeit des Emittenten, vereinbarte Zinsen sowie die finale Rückzahlung eines Bonds sicherzustellen. Der Markt für Mittelstandsanleihen hat also in diesen volatilen Börsenzeiten beste Voraussetzungen, um durch neue Emissionen Schwung aufzunehmen.

Bei Anleiheinvestitionen steht das Risikobewusstsein mehr im Vordergrund als der Renditehunger, verzichten doch Anleiheinvestoren im Vergleich zu Aktieninvestoren auf einen Teil der möglichen Rendite zugunsten kontinuierlicher Erträge.

Foto: © andilevkin – stock.adobe.com

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Anleihen, ähnlich wie Kredite, stehen in der Kapitalstruktur der Unternehmen vor dem Eigenkapital, also Aktien, und werden im Falle einer Insolvenz früher aus der Haftungsmasse bedient. Auch im Falle von Schieflagen werden Bondinvestoren in der Regel früher informiert, sofern entsprechende Covenants in den Dokumentationen vereinbart wurden. Das unternehmerische Risiko trägt der Bondinvestor nur begrenzt mit – er bekommt ja auch nur einen festen Zinssatz – und partizipiert daher auch in der Regel nicht im gleichen Maße am unternehmerischen Erfolg.

Anliegen des Bondinvestors sind daher die laufenden Zahlungen sowie die Rückzahlung am Laufzeitende gewährleistet zu sehen und im Verlauf möglichst frühzeitig informiert werden, falls sich der Emittent nicht ganz nach dem geäußerten Plan entwickeln sollte.