TAG Immobilien: PwC-Gutachten räumt Vorwürfe gegen Rolf Elgeti aus

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TAG-CEO Rolf Elgeti: nach dem PwC-Gutachten wieder
mit weißer Weste?; Panthermedia/Harald Richter

Aufatmen bei der TAG Immobilien AG. Nach der öffentlichen Kontroverse über Rolf Elgetis Nebentätigkeiten spricht ihn nun ein von TAG in Auftrag gegebenes Gutachten der Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) frei von allen hervorgebrachten Vorwürfen.

Wie der Immobilienkonzern mitteilte, habe das Ergebnis der PwC Sonderprüfung sämtliche Vorwürfe, die Anfang Oktober 2013 in der WamS gegen Organe der TAG wegen vermeintlich nachteiliger Akquisitionen und Interessenkonflikten zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Rolf Elgeti und der TAG erhoben worden waren, vollständig ausgeräumt und die negativen Behauptungen entkräftet.

Den Ergebnissen zufolge seien die Wohnungsportfolien in Chemnitz und Eberswalde nicht zu einem überhöhten Preis erworben worden. Der Kaufpreis hätte demnach jeweils innerhalb der Bandbreite der bei TAG eingegangenen Angebote und der durch Dritte einschließlich der von PwC ermittelten Marktwerte für die Portfolien gelegen. Daneben schließt das Gutachten einen in irgendeiner Weise begünstigten Erwerb der Rostock-Immobilie durch Elgeti im Oktober 2012 aus. Den Objektankauf hatte TAG zuvor abgelehnt. Laut PwC lag der gezahlte Kaufpreis über dem im Gutachten auf den Zeitpunkt des damaligen Angebots ermittelten Marktwert. Elgetis private Immobiliengeschäfte seien ferner durch den Anstellungsvertrag gedeckt gewesen und jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsratsvorsitzenden vorgenommen worden. Eine zu Lasten der TAG gehende Einflussnahme auf Akquisitionsentscheidungen, Konkurrenz- oder/und Interessenkonflikte durch Elgeti hätte PwC nicht festgestellt.

Ich bin froh, dass diese von Anfang an unhaltbaren Vorwürfe nun auch von unabhängiger Seite widerlegt sind“, sagt TAG-CEO Rolf Elgeti und ergänzt: „Nun können wir uns umso mehr darauf konzentrieren, die Stellung der TAG als eines der effizientesten Immobilienunternehmen in Deutschland weiter auszubauen.“ Um dennoch den Anschein möglicher Interessenkonflikte künftig zu vermeiden, hat Elgeti seine privaten Immobiliengeschäfte auf eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Treuhänder übertragen. Während seiner Tätigkeit als TAG-Vorstand werde er keinen wesentlichen Einfluss auf die operativen Aktivitäten seiner privaten Immobiliengesellschaften ausüben, heißt es dazu weiter.

Der im MDAX aktiennotierte Immobilienkonzern hat eine 5,125%-Unternehmensanleihe über 200 Mio. EUR und einer Laufzeit bis 2018 im Umlauf. Die im Premiumsegment Prime Standard für Anleihen börsengehandelte Schuldverschreibung geht aktuell zu 105% um. Kurs- und Chartverlauf finden Sie hier.

Hintergrund: In einem Artikel der WamS vom 6. Oktober 2013 erhob das Nachrichtenblatt schwere Vorwürfe gegen Rolf Elgeti. Dieser habe in der Vergangenheit neben seinen Vorstandsaktivitäten auch sein privates „Immobilienimperium“ u.a. auf Kosten der TAG und seiner Aktionäre sowie trotz vorhandener Interessenkonflikte ausgebaut. Konkret war behauptet worden, dass beim Erwerb von zwei Wohnportfolien in Chemnitz und Eberswalde in den Jahren 2011/12 überhöhte Preise gezahlt und möglicherweise zu Lasten von TAG und den Aktionären gehandelt worden sei. Ferner wurden Interessenkonflikte in den Raum gestellt, die bei einem Erwerb einer Immobilie in Rostock im Jahr 2012 durch Elgeti bestanden hätten, und die durch nicht offen gelegte private Geschäftsaktivitäten des Vorstandsvorsitzenden in verschiedenen Immobilienfirmen entstanden sein wären.

TAG stellte sich danach schützend vor seinen Vorstandsvorsitzenden: In unmittelbar aufeinander folgenden Presseerklärungen widersprach TAG dem Vorwurf vermeintlich nachteiliger Geschäfte zu Lasten der TAG und dem Verstoß gegen die Grundsätze einer guten Unternehmensführung. Zuletzt beauftragte der TAG-Aufsichtsrat eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit, die erhobenen Vorwürfe extern auf ihre Plausibilität hin prüfen zu lassen (BondGuide berichtete).

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