SIAG auf Rettungskurs: Gläubiger stimmen dem Sanierungskonzept zu

Für SIAG weht der Wind künftig nur noch auf dem Festland. Quelle: SIAG

Die SIAG Schaaf Industrie AG scheint vorerst gerettet, nachdem die Gläubigerversammlung dem ausgearbeiteten Sanierungskonzept Anfang März zugestimmt hatte. Danach betrugen die angemeldeten Forderungen etwa 102 Mio. EUR. An Masse seien rund 0,3 Mio. EUR vorhanden. Der Insolvenzplan sehe sieben Gruppen vor, an die eine Quote ausgeschüttet werden soll. Die Anleihegläubiger sollen hierbei mit einer Grundquote von mageren 3 Promille „entschädigt“ werden.

Das Insolvenzverfahren um den Stahlzulieferer für Windkraftanlagen mit neuer Konzernzentrale in Dresden gilt damit nach knapp einem Jahr als beendet. In der Zwischenzeit soll bei gleichbleibenden Erlösen sowohl die Restrukturierung und Entschuldung des Unternehmens als auch eine solide Finanzierung für die erfolgreiche Fortführung der betroffenen Standorte gelungen sein. Nach der Sanierung fokussiert sich der Windkraftzulieferer künftig auf den Onshore-Bereich mit dem Produktionsstandort in Leipzig sowie den tschechischen Werken in Teplice und Chrudim. Die Offshore-Aktivitäten seien dagegen mit drei Standorten ausgegliedert worden.

Nach hohen Verlusten insbesondere im US-Geschäft sowie Verzögerungen in der Projektabwicklung hatte SIAG im Frühjahr 2012 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzplanverfahrens in Eigenverwaltung beim Amtsgericht in Montabaur gestellt. In der Folge übernahm Rechtsanwalt und Sanierer Andrew Seidl als neuer CEO die operative Verantwortung und führte SIAG durch die Insolvenz.

Im Sommer 2011 emittierte SIAG eine 9%-Festzinsanleihe im Zielvolumen von bis zu 50 Mio. EUR, von der de facto aber dem Vernehmen nach nur Anteile im unteren zweistelligen Millionenbereich platziert worden seien. Das inzwischen nur noch im Freiverkehr börsennotierte Wertpapier nähert sich mit 0,5% der avisierten Insolvenzquote.

Unterdessen scheiterte die angeschlagene Solen AG (vormals Payom Solar) vorerst mit ihrem Vorhaben, die Inhaber der ausstehenden Unternehmensanleihe über einen teilweisen Zinsverzicht abstimmen zu lassen. Auf der am 8. März abgehaltenen Gläubigerversammlung waren die Anleiheinhaber aufgerufen, einem Verzicht von drei Vierteln der fälligen Anleihe-Zinsen für den Zeitraum vom 8. April 2012 bis zum 7. April 2013 zuzustimmen. Angesichts einer zu geringen Gläubiger-Präsenz sei die Abstimmung dem Vernehmen nach jedoch vertagt worden. Einer Pressemeldung zufolge beabsichtige Solen, am 3. April eine erneute Versammlung einzuberufen.

Der Sanierungsbeitrag in Form eines Zinsverzichts sei einmalig und diene der laufenden Restrukturierung des Solarunternehmens, so Solen. Ab der kommenden Zinsperiode soll der 7,5%-Kupon gemäß den Anleihebedingungen wieder vollständig und fristgerecht ausbezahlt werden. Der seit Ende Juni 2012 nur noch im Stuttgarter Freiverkehr börsengelistete Solen-Bond notiert aktuell nur noch bei 6%.