Rentenmarktbericht 13. Februar: US-Haushalt, EZB-Einlagensätze und Italiens „Reformen“

DAX

Bis März 2015 wird man sich an den Märkten nicht mehr mit US-Haushalt oder US-Verschuldungsobergrenze beschäftigen müssen, denn so lange ist die US-Administration nun mit finanziellen Mitteln ausgestattet.

Ausgewählte Daten des Tages
Zeit Land Indikator Periode Schätzung letzter

8:00 GE Verbraucherpreisindex (M/M / J/J, in %) Jan. -0,6 / 1,3 – 0,6 / 1,3
10:00 EC EZB-Monatsbericht
14:30 US Initial Jobless Claims (in Tsd.) 6. KW 330 331
14:30 US Continuing Claims (in Tsd.) 5. KW 2960 2964
14:30 US Einzelhandelsumsätze (M/M, in %) Jan. 0 0,2
14:30 US Einzelhandelsumsätze ex Autos (M/M, in %) Jan. 0,1 0,7
16:00 US Lagerbestände (M/M, in %) Dez. 0,4 0,4
IT: 2016/21/44 Bonds
US Auktion von 16 Mrd. USD 30 J Bonds
EC EZB-Redner: Coeure
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research

Themen des Tages
US-Senat beschließt Anhebung der Verschuldungsobergrenze
Regierungskrise in Italien?

Marktkommentar
Bis März 2015 wird man sich an den Märkten nicht mehr mit US-Haushalt oder US-Verschuldungsobergrenze beschäftigen müssen, denn so lange ist die US-Administration nun mit finanziellen Mitteln ausgestattet. Dass der US-Präsident das entsprechende Gesetz in Kraft setzen muss, ist tatsächlich nur noch Formsache. Damit steht nun auch das Thema für die midterm election im November 2014 fest: Haushalt und Ausgabenkürzungen. Nun dürfte auch zentraler Unsicherheitsfaktor für die US-Wirtschaft vom Tisch sein.

In Europa sorgten einmal mehr Aussagen zu einem negativen Einlagensatz aus EZB-Kreisen für etwas Aufregung. Dass die Notenbanker darüber nachdenken, das Instrument evtl. zu nutzen, ist aber keine Neuigkeit.

Außerdem werden sie sich der potenziell negativen Wirkungen sehr bewusst sein. Zugleich wird ein negativer Einlagensatz kaum das Problem einer mangelnden Nachfrage nach Krediten aufgrund anämischen Wachstums lösen. Vielleicht bringt ja der EZB-Monatsbericht heute noch ein paar Impulse zu diesem Thema. Reaktionen auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts werden sich dort jedoch nicht finden.

Ansonsten rückt mal wieder Italien in den Fokus: Die nächste Regierungskrise scheint sich anzubahnen; dieses Mal, weil parteiintern die Kompetenz von Regierungschef Letta angezweifelt wird. Die Reformen im Land würden zu langsam gehen. Wenn man keine Probleme hat,… Möglicherweise wirkt sich das auf die Nachfrage nach italienischen Staatsanleihen aus, denn heute werden für drei Laufzeiten Käufer gesucht. Insbesondere die Aufnahmebereitschaft für die 44er Laufzeit ist von Interesse. Ob all diejenigen, die für ihr Asset Liability Management auf der Suche nach Duration sind, aufgrund der jüngsten Probleme den Bond in großen Volumina nachfragen werden, ist zu bezweifeln.

Gute Nachrichten gab es dagegen aus Irland. Ab März will das Land wieder in gewohnter Form am Kapitalmarkt auftreten.

Heute wird man sich den Konjunkturdaten widmen. Die deutschen Konsumentenpreise werden jedoch nichts Neues zu bieten haben. Die USEinzelhandelsumsätze werden dagegen viel Beachtung finden. Da die Erwartungen gering sind, ist durchaus eine positive Überraschung drin. Ein anderes Ereignis, das sicher viel beachtet worden wäre, fällt wetterbedingt aus: Die zweite Rede von Janet Yellen, dieses mal vor dem Senat, wurde wegen angekündigter starker Schneefälle verschoben. Der Bund Future sollte kaum verändert in den Tag starten. Im weiteren Tagesverlauf dürfte sich die rückläufige Entwicklung vom Vortag jedoch fortsetzen, so dass er zwischen 142,50 und 143,55 notieren sollte. Am Abend könnte es eine zusätzliche Belastung durch die Emission der 30jährigen T-Bonds geben. Die Rendite der 10jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,70 und 2,88 % schwanken.

Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben