Porr setzt künftig auch auf Abbruch – zuvor bröckelten jedoch ausstehende Anleihen

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Porr AG

Die geplante Übernahme der Prajo-Gruppe durch den Baukonzern Porr schreitet weiter voran. Die Österreicher holen zudem ihre Anleihenemissionspläne wieder aus der Schublade.

Wie der Wiener Full-Service-Baukonzern Porr AG jüngst bekannt gab, ist die avisierte Übernahme der ebenfalls in Wien ansässigen Prajo-Gruppe – einem Spezialisten für Abbruch- und Baurestmassen-Recycling – inzwischen weit fortgeschritten und bei der Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet. Die Prajo-Gruppe hat seit ihrer Gründung 1995 rund 2.500 Gebäude fachmännisch abgebrochen, entkernt und rückgebaut. Mit dem Zukauf beabsichtigt Porr seine Marktführerschaft im Bereich Umwelttechnik konsequent auszubauen. „Die Firma Prajo hat sich in den vergangenen 18 Jahren einen hervorragenden Ruf als Spezialist für anspruchsvolle Abbruchvorhaben erarbeitet. Darüber hinaus verfügt sie über ausgezeichnetes Know-how im zukunftsträchtigen Bereich Recycling. Ich freue mich, dass wir unser Portfolio um diese Bauleistungen ergänzen können“, zeigt sich Porr-CEO Karl-Heinz Strauss von den Chancen des Übernahmevorhabens überzeugt. Der M&A-Deal steht noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden.

Unterdessen scheint Porr die im Sommer u.a. aufgrund der Alpine-Insolvenz auf Eis gelegten Anleihenemissionspläne (BondGuide berichtete) wieder aus der Schublade zu holen: „Wir beobachten den Markt sehr genau. Wir haben keinen Zeitdruck und auch keine Notwendigkeit, eine Anleihe um jeden Preis zu begeben. Aber ein „window of opportunity“ werden wir gegebenenfalls nutzen“, betonte Strauss unlängst in einem Interview. Demnach sei die Emission eines neuen Porr-Bonds im angestrebten Zielvolumen von bis zu 150 Mio. EUR zu günstigen Rahmenbedingungen weiterhin denkbar.

Porr ist bereits mit einem im November 2012 begebenen 6,25%-Bond im Volumen von 50 Mio. EUR im Entry Standard für Anleihen vertreten (BondGuide berichtete). Das noch bis Dezember 2016 laufende Wertpapier geht aktuell zu 99% (aktueller Kurs hier) um – nach 91% vor einer Woche und wiederum 104% Mitte September. Der an der Wiener Börse aktiennotierte Baukonzern hatte zudem auch in den Jahren zuvor regelmäßig Unternehmensanleihen emittiert.