Impulse für den Mittelstandsanleihemarkt

Foto: © XtravaganT – stock.adobe.com
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Der Markt wird langfristig nur durch Qualität überlebensfähig sein: Transparenz und Aufklärung sind dafür ein wesentliches Fundament. Der Expertenkommentar zum Thema KMU-Anleihen von Jakob Fichtner, www.bondwelt.de.

Es ist gut zu sehen, dass der Markt für KMU-Anleihen weiterhin Zuspruch von Seiten der Investoren erfährt, denn die angekündigten Transaktionen seit Anfang des Jahres werden voraussichtlich alle abgeschlossen werden. In Zeiten aufkommender Unsicherheiten und damit einhergehenden größeren Ausschlägen auf den globalen Kapitalmärkten ist es umso wichtiger, dass es effiziente lokale Kapitalmärkte gibt, an denen Investoren und Emittenten in einem verlässlichen Umfeld tätig sein können.

Das Funktionieren des Mittelstandsanleihemarktes – ungeachtet zwischenzeitlicher negativer Nachrichtenlage – beweist einmal mehr, dass sich dieser Markt im deutschsprachigen Raum etabliert hat. Und zudem die Möglichkeit besteht, weiteres Wachstum und Zuspruch von Investoren und Emittenten zu erhalten, insbesondere dann, wenn die globalen Märkte von Kryptowährungen, Zinsanstiegen und politischen Börsen beherrscht werden.

Als Investor in festverzinslichen Instrumenten sucht man die Gewissheit für zukünftige Stabilität des Emittenten. Denn anders als bei Aktien sind nur sehr begrenzt Wertsteigerungen zu erwarten. Und ebenfalls anders als bei Aktien steht der Kapitalerhalt neben den regelmäßigen Zinszahlungen im Vordergrund.

Foto: © Marco2811– stock.adobe.com

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Die Frage ist also, was passiert, wenn der Emittent sich nicht nach Plan entwickelt und es zu Schwierigkeiten kommt. Der Kurs der Anleihe würde dann sinken, bis zu einem Restwert an den Aktiva des Unternehmens. Zum einen ist es also wichtig einzuschätzen, wie die Wahrscheinlichkeit ist, dass etwas evtl. nicht nach Plan des Emittenten verläuft, und zum anderen, wie schnell man in einem solchen Falle davon erfahren würde – um von seinem Kündigungs- bzw. Verkaufsrecht Gebrauch machen zu können.

Es ist also wichtig Kredibilität, Bonität und somit Ausfallwahrscheinlichkeit eines Emittenten VOR der Zeichnung zu verstehen. Neben der Bonität des Emittenten (Stichwort: Rating) ist eben auch die Struktur einer Emission hier maßgeblich. Bonitätsschwache Unternehmen erhalten durchaus auch Kredite, aber die Bedingungen dieser müssen eben dem Fall entsprechend ausfallen. Denn nur durch die Struktur und wesentliche Sicherheitenaspekte zugunsten des Investors kann man möglichst früh erfahren, wenn etwas nicht nach Plan verläuft und man zu einer Entscheidung kommen muss.