Hapag-Lloyd fährt am Bondmarkt ein – was macht der neue Logistik-Bond?

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Hapag-Lloyd

Die international tätige Linienreederei Hapag-Lloyd AG hat kürzlich einen neuen Corporate Bond im Gesamtnennwert von 250 Mio. EUR ausgereicht.

Die ausschließlich Institutionellen ab einer Mindestorder von nominal 100.000 EUR angebotene Schuldverschreibung bezahlt einen halbjährlich fälligen Kupon von 7,75% p.a. und steht nach fünf Jahren zur Tilgung an. Das Bondlisting wurde von der Deutschen Bank als Konsortialführer sowie den Banken Citigroup und J.P. Morgan federführend begleitet und war laut Hapag-Lloyd mehrfach überzeichnet. Die frischen Anleihegelder sollen in erster Linie für allgemeine Geschäftszwecke einschließlich der Ablösung bestehender Finanzverbindlichkeiten (~200 Mio. EUR) verwendet werden. Mit den restlichen Erlösen sei zudem die vorzeitige, anteilige Rückführung der im Oktober 2010 begebenen 9%-Altanleihe (2010/15) im Volumen von 480 Mio. EUR angedacht, so das Unternehmen weiter. Die Ratingagenturen S&P und Moody’s bewerten Hapag-Lloyd im aktuellen Corporate Rating mit B+ (stabil) und B2 (negativ). Den zuletzt emittierten Logistik-Bond ratet Moody’s dagegen offenbar nur mit Caa1 (negativ).

Insgesamt sind die Hamburger nun mit drei Unternehmensanleihen am Bondmarkt unterwegs – zwei in Euro denominierte Bonds im Gesamtvolumen von 730 Mio. EUR und einer 250-Mio.-USD-Anleihe. Alle drei Emissionen räumen dem Hapag-Lloyd-Konzern ein vorzeitiges Kündigungsrecht während der Laufzeit ein und sind zudem im Freiverkehr der Börse Luxemburg gelistet. Die jüngste Neuemission geht aktuell bei hohen Handelsumsätzen zu 102% um.

Mit mehr als 150 Schiffen, einem Transportvolumen von über fünf Mio. TEU (Standardcontainer) im Jahr und rund 7.000 Mitarbeitern an über 330 Standorten in 114 Ländern zählt der Hamburger Transport- und Logistikkonzern eigenen Angaben zufolge zur größten deutschen Linienreederei. Die Eigentümer von Hapag-Lloyd sind das Albert-Ballin-Konsortium (78%), das sich aus der Hansestadt Hamburg, Kühne Maritime, Signal Iduna, HSH Nordbank, M.M.Warburg Bank und HanseMerkur zusammensetzt, sowie die TUI AG (22%).

Seit Jahren ist die Reederei auch immer wieder ein heißer Kandidat für einen Börsengang. Erst vor Kurzem unterstrich Tui-CEO Friedrich Joussen die vom Reisekonzern vorgesehenen IPO-Pläne für Hapag-Lloyd: „Sobald das Börsenumfeld und die Geschäftsentwicklung es möglich machten, sollten die Anteile öffentlich angeboten werden. Dazu müssten nicht zwei oder drei gute Quartale abgewartet werden“, betonte Joussen unlängst vor dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Als mögliches Zeitfenster für den erstmaligen Gang an den Aktienmarkt werde demnach der Herbst kommenden Jahres anvisiert.