Grand City Properties wächst an allen Fronten – NAV +32% und 136 Mio. EUR Liquidität (plus Exklusiv-Interview)

Grand City Properties S.A. successfully places euro 600 million of notes due 2026 under the EMTN programme
Grand City Properties

Der Spezialist für Wohnimmobilien verzeichnete im ersten Halbjahr starkes Wachstum in allen Belangen. Das Nettoergebnis wuchs um fast 60% auf 58 Mio. EUR.

Die Gesellschaft erzielte in den ersten sechs Monaten 2013 einen Gewinn von 58 Mio. EUR, nach 36 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA legte indes nur um 27% auf 69,2 Mio. EUR zu.

Bei den Umsatzerlösen wies Grand City 33,4 Mio. EUR aus, ein Plus von 83%. Zusätzliche Mieteinnahmen der neu erworbenen Immobilien sowie die Verringerung der Leerstände und Mietpreissteigerungen zeichneten dafür verantwortlich.

Die Funds from Operations (FFO) sahen den stärksten Anstieg im Vergleich: 8,1 nach 3,6 Mio. EUR. Der Net Asset Value kletterte um rund ein Drittel auf 448 Mio. EUR gegenüber dem letzten Stichtag 31.12. Bei einem Loan to Value von 44% und 136 Mio. EUR an Liquidität sieht sich GCP konservativ aufgestellt und gut gerüstet, um kurzfristige Marktchancen zu nutzen.

Grand City Properties hatte im Juni eine Anleihe in Höhe von 100 Mio. EUR bei Institutionellen platziert, eine Privatplatzierung in gleicher Höhe folgte im Retail. Die Anleihe wurde von Standard & Poor’s mit BB- bewertet und trägt eine Kupon von 6,25%.

TYPO: Im Vorwort des aktuellen BondGuide #17 (nur in einer frühen pdf-Version) ist Grand City Properties als eines derjenigen Unternehmen aufgelistet, die ihre Anleihe kürzlich angeblich nicht vollständig haben platzieren können. Das ist leider Unsinn, wie jeder Leser schnell selbst feststellen konnte: GCP platzierte zweimal 100 Mio. EUR. In der Online-Version ist der Fehler schon korrigiert.

Siehe auch http://www.bondguide.de/topnews/grand-city-properties-platziert-anleihe-erfolgreich/ sowie
http://www.bondguide.de/topnews/quick-check-grand-city-properties-stockt-erstrangig-auf/

Die Zahlen müssen stimmen, die Objekte müssen passen. Wenn das nicht der Fall ist, überstürzen wir nichts“

Interview mit Simone Runge, Management Board, und Christian Windfuhr, Advisory Board, Grand City Properties S.A.

Simone Runge Christian Windfuhr


BondGuide
: Frau Runge, Herr Windfuhr, Ihre Halbjahreszahlen sehen zugegebenermaßen beeindruckend aus. Wie kamen so starke Zuwächse zustande?
Windfuhr: Die Hauptgründe hierfür sind zum einen zusätzliche Mieteinnahmen aus neu erworbenen Immobilien und zum anderen die Verringerung der Leerstände sowie Mietpreissteigerungen bei unseren Bestandsimmobilien.

BondGuide: Das Periodenergebnis ist mit 60% aber deutlich stärker gewachsen als das EBITDA. Gab es da irgendwelche Besonderheiten?
Runge: Ja, in der Tat: Das geht auf das erheblich verbesserte Finanzergebnis zurück. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres standen da noch Finanzierungskosten von rund 6,4 Mio. EUR zu Buche, im ersten Halbjahr 2013 nunmehr ein Plus von 3,4 Mio. EUR, also netto etwa 10 Mio. EUR Unterschied allein daraus.

BondGuide:
Auch der Net Asset Value kletterte stark auf fast 450 Mio. EUR. Wo geht da die Reise hin?
Windfuhr: Wir denken, dass 500 Mio. EUR noch in diesem Jahr absolut realistisch sind. Den Loan to Value behalten wir dabei aber genauestens im Auge: Der soll stets unter 55% bleiben.

BondGuide: …bei aktuell 44% haben Sie da aber reichlich Puffer.
Runge: Das ist eine unserer Zielsetzungen. Wir gehen nicht ins Risiko, nur weil das etwaige Wachstumsziele, die wir uns vorgenommen hätten, vorgeben würden. Wir haben keine Eile bei unseren Akquisitionen und daher können wir unseren Loan to Value auch beruhigt im Auge behalten.
Windfuhr: Auf die Fahnen geschrieben haben wir uns, dass die Zahlen bei Akquisitionsobjekten stimmen müssen. Tun sie das nicht, lassen wir die Finger davon.

BondGuide: Generell gefragt: Was können Sie denn vermeintlich besser als größere Konkurrenten, die ein ähnliches Modell der Wertsteigerung bei Wohnimmobilien fahren?
Windfuhr: Genau das ist ja ein Vorteil: nicht so groß zu sein. Zahlreiche Objekte, die aus welchen Gründen auch immer schwer zu bewerten sind, fallen durch das Raster großer Immobiliengesellschaften. Das ist unser Markt: Wir können uns die Zeit nehmen und es uns erlauben, ins Detail zu gehen. Daher können wir oftmals sehr günstig einkaufen.
Runge: Wir haben hierfür sogar unser eigenes IT-System entwickelt, da die auf dem Markt verfügbaren nicht unseren Anforderungen entsprachen. Ergänzend dazu möchte ich noch anfügen, dass einige größere Bestände allein deshalb zu haben sind, weil sie als problematisch gelten. Genau da kommt Grand City Properties ins Spiel – wenn die Rahmendaten stimmen.

BondGuide: Sie haben im Juni und Juli über zwei Tranchen insgesamt 200 Mio. EUR über eine Anleihe platziert und zuvor eine Kapitalmaßnahme über 36 Mio. EUR durchgeführt. Wissen Sie überhaupt, wohin mit dieser ganzen Liquidität?
Windfuhr: Unsere hohe Liquidität und breit diversifizierte Finanzierungsstruktur ermöglichen es uns, unsere Wachstumsziele zu realisieren und attraktive Chancen zu nutzen. Wir gehen zwar bei der Auswahl unserer Objekte sehr selektiv vor und legen strenge Kriterien an, dennoch verfügen wir über eine umfangreiche Pipeline, die wir künftig umsetzen wollen. Aber wir haben hierbei keinen Zeitdruck. Die Zahlen müssen stimmen, die Objekte müssen passen. Wenn das nicht der Fall ist, überstürzen wir nichts.

BondGuide: Frau Runge, Herr Windfuhr, vielen Dank an Sie beide, dass Sie sich kurzfristig Zeit genommen haben für das Gespräch!

Das Interview führte Falko Bozicevic.