Europäische Hochzinsanleihen sind trotz zunehmender Volatilität wichtige Ertragsquellen

Foto: © Philip – stock.adobe.com
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Trotz eines in der Tendenz steigenden Zinsumfeldes bleiben europäische Unternehmen positiv eingestellt ggü. der Refinanzierung mittels Unternehmensanleihen – das gilt auch für das europäische High Yield-Segment. Die Fundamentaldaten sind weiterhin gut und die Ausfallraten niedrig. Hochzinsanleihen bleiben insofern wichtige Ertragsbringer im Niedrigzinsumfeld. Von Bernard Lalière, Senior-Portfoliomanager bei Degroof Petercam AM.

– Degroof Petercam AM erwartet im europäischen High Yield-Segment eine weitere leichte Spreadausweitung, während die Fundamentaldaten weiterhin sehr gut bleiben

Aktive Einzeltitelselektion ist bei High Yield-Unternehmensanleihen äußerst wichtig, denn einige Unternehmen werden mit steigenden Zinsen vor Herausforderungen bei der Refinanzierung stehen

Steigende Zinsen sorgen für Korrektur bei High Yield Bonds
Seit einigen Monaten ziehen die Marktzinsen in Europa leicht an. Naturgemäß reagieren Anleihen bei steigenden Zinsen mit Kursverlusten bzw. steigenden Renditen. So verzeichneten z.B. europäische Staatsanleihen bester Bonität seit November 2017 einen leichten Renditeanstieg. Deutlicher reagierten europäische Hochzinsanleihen, deren Bonität von den Rating-Agenturen mit BB+ oder darunter eingestuft wird.

Foto: © bluedesign/stock.adobe.com

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„Da davon auszugehen ist, dass die Marktzinsen in Europa weiterhin leicht anziehen, sollten sich die Spreads bei Hochzinsanleihen noch etwas ausdehnen. High Yield-Investoren müssen mit einer höheren Volatilität, also einer insgesamt höheren Zinssensitivität rechnen“, sagt Bernard Lalière, Senior-Portfoliomanager bei Degroof Petercam AM. „Wir erwarten allerdings keine Spreadausweitungen, wie wir sie in der letzten Rezession in 2011 gesehen haben. Dafür müssten die Unternehmensgewinne stärker nachgeben und die Verschuldungsquoten gleichzeitig höher sein. Insgesamt sehen wir keine typischen spätzyklischen Anzeichen“.

Fundamentaldaten im Lot
Die sich ausweitenden Spreads, also der steigende Renditeabstand zwischen High Yield Bonds und Staats- und Unternehmensanleihen guter Bonität, führt der Experte in erster Linie auf das sich verändernde Zinsumfeld und das erwartete weitere Vorgehen der EZB hin. Demgegenüber bleiben die Fundamentaldaten bei europäischen High Yield-Emittenten weiterhin sehr gut.