eno energy: 2te Anleihegläubigerversammlung stimmt zu – allerdings mit Abstrichen!

eno energy: Gläubigerversammlung stimmt der Verlängerung Anleihelaufzeit zu
Foto @ eno energy GmbH

Nach der 2ten Anleihegläubigerversammlung konnte die Windenergiefirma zunächst Aufatmen – die Inhaber der 7,375%-Schuldverschreibung stimmten einer Verlängerung der Laufzeit zu. Offenbar hat sich der Wind jedoch zuvor gedreht, denn Zustimmung fand in erster Linie das zuletzt eingereichte Ergänzungsverlangen der Murphy&Spitz Nachhaltige Vermögensverwaltung AG.

Bei einem anwesenden Anleihekapital von knapp einem Drittel votierten laut eno etwa 95,5% der abgegebenen Stimmen für die Anträge von Murphy&Spitz. Das Ergänzungsverlangen sieht bei Beibehaltung des jährlichen 7,375%-Kupons und vollständiger Rückzahlung zum Nominalwert folgende Änderungen der Anleihebedingungen vor:

Verlängerung der Anleihelaufzeit bis 31. März 2018
Bonus von bis zu 1% auf den Anleihenominalwert bei vorzeitiger Rückzahlung
Zusätzlicher Bonus von 1% zum ursprünglichen Ablauftermin am 30. Juni 2016
Besicherung der Anleihe durch Windenergievorhaben (Gesamtleistung: mind. 10 MW)
Wahl und Bestellung eines gemeinsamen Anleihevertreters und Einrichtung eines Beirats

Neben der verkürzten Verlängerung der Anleihelaufzeit um jetzt nur noch 21 Monate – eno peilte ursprünglich eine Laufzeitverlängerung um drei Jahre bis zum 30. Juni 2019 an – übernahmen die Rostocker zusätzlich u.a. die Bonus- und Besicherungskomponente sowie den Vorschlag zur Bestellung eines gemeinsamen Anleihevertreters in ihr zur Wahl gestelltes Finanzierungskonzept.

Möglicherweise wollte eno auf Nummer sicher gehen, wohlwissend, dass die Beschlussvorschläge im Ergänzungsverlangen die Chancen eines positiven Gläubigervotums deutlich erhöhen. Noch in der vorherigen Stellungnahme zum Ergänzungsantrag favorisierte eno seine eigenen Vorschläge und lehnte den Antrag weitgehend ab.

eno energy: Gläubigerversammlung stimmt der Verlängerung Anleihelaufzeit zuÜber enos tatsächlichen Sinneswandel kann nur spekuliert werden. Allerdings sorgte im Vorfeld Kritik, wonach die angestrebte Laufzeitverlängerung ohne angemessene Gegenleistung für die betroffenen Anleihegläubiger erfolgen soll, für mächtig rauen Wind.

Derweil erklärte eno, den Änderungen der Anleihebedingungen zuzustimmen. Und auch die finanzierenden Banken hätten eno gegenüber ihre Zustimmung bereits signalisiert.

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