Einstürzende Bauten: TAG Immobilien unter Medienbeschuss – Unternehmensanleihe baut daraufhin ab

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TAG Immobilien AG

In einem Artikel der Welt am Sonntag (WamS) erhebt das Blatt schwere Vorwürfe gegen Rolf Elgeti, den Vorstandschef der TAG Immobilien AG. Dieser habe in der Vergangenheit neben seinen Vorstandsaktivitäten auch sein privates „Immobilienimperium“ u.a. vermehrt auf Kosten des TAG-Konzerns ausgebaut. Nun trat TAG in einer eigenen Presseerklärung den Vorwürfen entgegen.

In dem Bericht der WamS vom 6. Oktober geht es u.a. um Immobiliendeals, die Elgeti mit denselben Geschäftspartnern sowohl auf eigene Rechnung als auch in seiner Eigenschaft als TAG-CEO vorgenommen hat. Das Nachrichtenblatt wirft ihm bei seinen Geschäften dabei nicht nur bestehende Interessenkonflikte vor, sondern verweist auch auf überhöhte Kaufpreise bei den TAG betreffenden Deals – zu Lasten der TAG-Aktionäre.

In der heutigen Pressemitteilung des im MDAX aktiennotierten Immobilienkonzerns stellt man sich schützend vor Elgeti und zugleich gegen den Vorwurf vermeintlich nachteiliger Geschäfte zu Lasten der TAG und den Verstoß gegen die Grundsätze einer guten Unternehmensführung. So widerspricht TAG u.a. den Behauptungen, dass Immobilienkäufe – im Fokus steht der Kauf von Wohnanlagen in Chemnitz und Eberswalde durch die TAG – zum Nachteil der Aktionäre zu überhöhten Preisen abgewickelt worden seien und verweist stattdessen auf die vorteilhafte Ausgestaltung entsprechender Deals sowie auf die inzwischen eingetretene Wertsteigerung der Beteiligungen. „Die Wohnanlagen haben sich seit der Übernahme positiv entwickelt, die Investments haben sich ausgezahlt. Die damaligen sowie erst recht die aktuellen Marktwerte werden […] von unabhängigen Gutachtern […] höher als die Kaufpreise eingeschätzt“, betont das Unternehmen.

Des Weiteren bestätigt TAG, dass der Aufsichtsrat stets über Elgetis private Immobilienbeteiligungen und Investments unterrichtet war. „Herr Elgeti ist vertraglich berechtigt, diese Investments weiterzuführen, soweit mit ihnen keine Interessenkonflikte und eine Beeinträchtigung seiner Tätigkeit als Vorstand der TAG verbunden sind. Die TAG bedauert, dass die Fakten, die sie im Verlauf der Recherche an die ‘Welt am Sonntag’ kommuniziert hatte, zum Teil irreführend dargestellt wurden“, heißt es dazu weiter.

Erwartungsgemäß stürzte die TAG-Aktie zu Wochenbeginn um über 9% auf 8,40 EUR ab. Der erst seit Ende Juli im Frankfurter Prime Standard für Unternehmensanleihen gelistete 200-Mio.-EUR-Bond baute ebenfalls deutlich ab: Zwar geht das 5,125%-Wertpapier (2013/18) aktuell zu pari um (Kurs hier) – zu Wochenschluss waren es aber immerhin noch über 104%.