„Die Financiers unserer Expansion auch am Eigenkapital beteiligen“ – Interview mit publity-Vorstand Thomas Olek

publity steigert Assets under Management im 1. Quartal 2016 auf 2,0 Mrd. Euro und erwartet Rekordergebnisse in 2016

BondGuide sprach mit publity-Vorstand Thomas Olek über die jüngste Transaktion, eine Wandelschulverschreibung über 20 Mio. EUR mit einem Kupon von 3,5%.

BondGuide: Herr Olek, war eine Wandelschuldverschreibung ein Wunsch von Investoren?
Olek: Das Feedback der Investoren in den vergangenen Monaten war sehr positiv und der Wunsch wurde an uns heran getragen, am Erfolg der Gesellschaft partizipieren zu können. Dabei wurde eine Wandelschuldverschreibung immer wieder explizit nachgefragt. Wir haben dem sehr gern entsprochen, weil wir mit einem Wandler die Möglichkeit haben, weitere Wachstumsschritte zu attraktiven Konditionen zu finanzieren und gleichzeitig die Altaktionäre nur dann eine Verwässerung erfahren, wenn die publity-Aktie sich in den kommenden Jahren positiv entwickelt. Dann sind wir gerne bereit, die Financiers unserer Expansion auch am Eigenkapital zu beteiligen. Insofern trägt die Wandelschuldverschreibung den Interessen von Investoren, Altaktionären und vor allem natürlich des Unternehmens Rechnung.

BondGuide: Könnten Sie kurz vorrechnen, wie der Zufluss von 20 Mio. EUR auf eine mögliche Bestandserweiterung erwähnter 600+ Mio. EUR nach sich ziehen könnte?
Olek: Die Ableitung ist denkbar einfach: Wir agieren als Co-Investoren in den Joint Ventures mit einer Beteiligungshöhe von rund 3%. Unsere Joint Venture Partner steuern die verbleibenden 97% bei. Die Objekte werden komplett mit Eigenkapital finanziert. Mit unserem 3%-Anteil errechnet sich so ein Gesamtimmobilienwert von rund 660 Mio. Euro. Wichtig wäre mir noch zu erwähnen, dass unsere Fees als Asset Manager natürlich immer auf das Gesamtinvestitionsvolumen bezogen sind – insofern gilt „big is beautiful“ für publity.

BondGuide: Welche weiteren Optionen hatten Sie zumindest in Erwägung gezogen?
Olek: Zum jetzigen Zeitpunkt gab es eigentlich nach Analyse der Situation kaum andere Möglichkeiten, die wir in Erwägung gezogen haben, als den Wandler. Eigenkapital war für das Unternehmen auf dem aktuellen Kursniveau und mit Blick auf die Bilanzsituation eine eher zu teure Alternative und reines Fremdkapital vom Kapitalmarkt haben wir aufgrund der anderweitigen Finanzierungsmöglichkeiten  ebenfalls nicht in Betracht gezogen.

Vorstand Thomas Olek

Vorstand Thomas Olek


BondGuide:
Herr Olek, besten Dank für die zeitnahen Stellungnahmen.

Interview: Falko Bozicevic