„Das zweite Halbjahr 2018 versus 2017 sollte wieder eine gute Vergleichbarkeit in den Zahlen bieten“ – Christian Weber, Karlsberg

Karlsberg Brauerei veröffentlicht Halbjahreszahlen 2017

Interview mit Christian Weber, Generalbevollmächtigter der Karlsberg Brauerei KG Weber, über die aktuellen Geschäftszahlen und die weiteren Aussichten.

BondGuide: Herr Weber, die Karlsberg-Halbjahreszahlen waren – zur Abwechslung möchte man sagen – doch etwas erläuterungsbedürftig. Vielleicht kurz in eigenen Worten die Bullet Points.
Weber: Tatsächlich stechen die Veränderungen zunächst ins Auge. Allerdings sind sie ein Teil dessen, was Karlsberg als Konzernstrategie beschlossen hatte – wir haben darüber auch schon in unserem vergangenen Gespräch vor einigen Monaten gesprochen.

BondGuide: Ich erinnere mich an ‚qualitativ höherwertigen Umsatz‘, weniger Massenmarkt, bessere Marken gleich bessere Marge.
Weber: Ja, vereinfacht ausgedrückt kommt das hin. Unsere strategischen Kernmarken Karlsberg, Mixery, Gründel’s sowie unsere Partnermarken haben auf unserem Heimatmarkt weiter zugelegt. Insgesamt sind wir hier um 4% gewachsen. Das ist gut. Sie dürfen nicht vergessen, dass sich Brauereien in einem Umfeld bewegen, das im Trend ca. 2% pro Jahr rückläufig ist. Unsere Aufgabe ist es also, gegen diesen Trend zu wachsen oder, wie wir beschlossen haben, die Erlöse qualitativ hochwertiger mit eigenen Marken zu gestalten und sich von unprofitableren Massenmärkten wie dem Handelsmarkengeschäft selektiv zurückzuziehen. Aus diesem Grund hat Karlsberg in den Halbjahreszahlen folgerichtig einen Umsatzrückgang gemeldet – und dennoch eine höhere Rohertragsmarge erzielt.

Karlsberg Brauerei bietet neue Unternehmensanleihe anBondGuide: Was war denn das Problem in Übersee, namentlich Asien? Bisher gab es doch eigentlich immer ein Überangebot an Containerfrachtraum…
Weber: Das stimmt. Allerdings gab es zwei Sonderfaktoren in unserem Exportgeschäft außerhalb Europas, und beide sollten einmaliger Natur sein. In Afrika gab es unplanmäßig eine Umstellung in der Vertriebsstruktur: Einer der bisherigen Karlsberg-Importeure ist leider verstorben und eine Umstellung beansprucht stets ein wenig Zeit. Signifikanter war China. Nach der Pleite von Hanjin war plötzlich Containerraum knapp. Das betraf andere Brauereien durch die Bank weg wie auch Karlsberg. Auch dies ein Einmaleffekt.

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