Centrosolar beschließt Restrukturierung

Das beschlossene Sanierungsprogramm dürfte für Anleihegläubiger harte Einschnitte bedeuten. Quelle: Panthermedia/Sascha Preußner

Das Münchner Photovoltaikunternehmen Centrosolar gab gestern seine vorläufigen 2012er Geschäftszahlen bekannt und kündigte zugleich ein umfassendes Restrukturierungsprogramm an. Danach sanken die Konzernerlöse nach vorläufigen Berechnungen um über ein Fünftel auf etwa 228 Mio. EUR. Centrosolar zufolge sei der Rückgang in erster Linie preisbedingt und Ausdruck der sich im Jahresverlauf verschärften Solarkrise, der Absatz hätte hingegen das Vorjahresniveau erreicht. Während die Nettofinanzverschuldung zum Bilanzstichtag auf gut 90 Mio. EUR kletterte (2011: 69 Mio. EUR), schmolzen die liquiden Mittel von knapp 26 Mio. auf 18 Mio. EUR zusammen. Das endgültige Bilanzwerk wird voraussichtlich am 28. März veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der nur mäßigen Ergebnisse und der anhaltenden Turbulenzen in der Solarbranche hat der Vorstand ein umfangreiches, auf drei Säulen beruhendes Restrukturierungsprogramm beschlossen, das weitreichende Sanierungsbeiträge sowohl von Gläubigern als auch von Aktionären vorsieht.

So sei u.a. vorgesehen, die im Bondm gelistete 50-Mio.-EUR-Unternehmensanleihe via Debt-Equity-Swap in Eigenkapital in Form von Aktien zu wandeln. Ob und inwieweit eine derartige Maßnahme nach den gegebenen Anleihebedingungen überhaupt umsetzbar ist, scheint zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Indes dürften die geplanten Maßnahmen als Zahlungsausfall der Centrosolar-Anleihe zu werten sein – der damit inzwischen fünfte Ausfall einer Mittelstandsanleihe. Wie das Photovoltaikunternehmen ferner mitteilte, sollen Anleiheinhaber und Aktionäre noch im März über die vorgeschlagenen Maßnahmen informiert werden.

Der 2011 im Bondm begebene Bond notiert mit 32,05% deutlich unter pari.