Bond Market Report am 7. Januar: Einzelhandelsumsätze D, Stimmungsindikatoren EU, Arbeitslosendaten EU & USA, Fed

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Die Turbulenzen an Chinas Aktienbörsen dominieren nach wie vor das weltweite Handelsgeschehen. Unter Druck geriet heute Morgen erwartungsgemäß auch wieder der deutsche Aktienmarkt: Der DAX fiel zu Handelsbeginn unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und steht aktuell bei 9.874 Zählern (-3,3% ggü. Vortag). Damit hat das deutsche Aktienbarometer am vierten Handelstag des neuen Jahres bereits 8% seines Wertes verloren und folglich einen Großteil der Vorjahreskursgewinne. Erfreulich: Das deutsche Einzelhandelsgeschäft brummt wie lange nicht mehr. So schätzt das Statistische Bundesamt auf Grundlage von Daten für die ersten elf Monate 2015 ein Plus bei den Einnahmen zwischen 2,8 und 3,1% – das wäre das kräftigste Umsatzplus seit mehr als 20 Jahren. Größter Profiteur ist und bleibt der Internet- und Versandhandel.

Ausgewählte Daten des Tages
Zeit       Land         Indikator                                                             Periode        Schätzung       Letzter

8:00         GE           Auftragseingänge Industrie (M/M / J/J, in %)        Nov.            0,1 / k.A.        1,8 / -1,5
8:00         GE           Einzelhandelsumsätze (M/M / J/J, in %)                Nov.             0,5 / 3,7         -0,1 / 2,1
11:00       EC           Verbrauchervertrauensindex                                Dez.                -5,7                 -5,7
11:00       EC           Industrievertrauensindex                                      Dez.                -2,9                 -3,2
11:00       EC           Wirtschaftsvertrauensindex                                  Dez.                106                106,1
11:00       EC           Dienstleistungsvertrauensindex                           Dez.                12,6                12,8
11:00       EC           Einzelhandelsumsätze (M/M / J/J, in %)                Nov.              0,2 / 2           -0,1 / 2,5
11:00       EC           Arbeitslosenrate                                                     Nov.                10,7               10,7
14:30       US           Initial Jobless Claims (in Tsd.)                              1. KW                275                287
14:30       US           Continuing Claims (in Tsd.)                                 52. KW             2.200             2.198
                FR           2025/31/45 Bonds
                US           Fed-Redner: Lacker, Evans
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research


Themen des Tages
• Erneute Aussetzung des chinesischen Aktienhandels sorgt für „Risk off“-Modus
• Weltbank reduziert ihre Wachstumsprognose für 2016 von 3,3 auf 2,9%
• Zahlreichen US-Notenbankern bereitet geringe Preisdynamik Sorgen

Marktkommentar
Den Beginn des Jahres haben sich die meisten Kapitalmarktakteure sicher anders vorgestellt. Ohne Zweifel bereitet den Marktteilnehmern die Entwicklung in China immer mehr Sorgen, denn erneut wurde der Aktienhandel im Land für den Rest des Tages eingestellt, weil die Verluste mehr als 7% betrugen.

Gerade die Abwertung der chinesischen Währung trägt dazu bei, dass die Zweifel an der wirtschaftlichen Entwicklung im Land zunehmen. Es besteht das Risiko für die chinesische Administration, dass sie das Vertrauen, das ihr bislang für die zahllosen Reformschritte entgegengebracht wurde, verspielt.

Renten1„Eigentlich“ sollte die Marktreaktion aus dem vergangenen Jahr nach der unerwarteten Abwertung der heimischen Währung Mahnung genug gewesen sein, es mit staatlich orchestrierten Eingriffen in Marktmechanismen nicht zu übertreiben. Die Botschaft scheint aber irgendwie nicht angekommen zu sein.

Derzeit ist nicht klar, wie die chinesische Regierung das verspielte Vertrauen wieder zurückgewinnen kann. Dieses Mal dürften zusätzliche geld- und fiskalpolitische Maßnahmen zur Stimulierung des Wachstums allein nicht ausreichen. Vermutlich wird man an den ordnungspolitischen Rahmen herangehen müssen und mehr Markt zulassen. Ob dazu allerdings die Bereitschaft besteht, lässt sich nicht absehen.

Die jüngste Entwicklung in Fernost lässt sich heute Morgen auch am Ölpreis ablesen. Ohne Zweifel liegt zwar ein Überangebot an Öl vor. Doch auch die Sorgen vor einer Abkühlung bzw. einer unterhalb der bisher vorliegenden Schätzungen weltwirtschaftlichen Entwicklung dürften inzwischen eine Rolle für die Ölpreise spielen.

Erst gestern hat die Weltbank ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 3,3 auf 2,9% mit Blick auf die Emerging Markets gesenkt. Das ist allerdings immer noch eine Zunahme der Wachstumsdynamik in Vergleich zu 2015. Insbesondere Europa wird mehr zugetraut.

Renten2Auch das ließ sich gestern bspw. in den Markit Einkaufsmanagerindizes für das Dienstleistungsgewerbe ablesen. Heute sollten sowohl die deutschen Einzelhandelssätze als auch Auftragseingänge ein positives Bild liefern, das von den Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission untermauert wird.

Aus den USA gab es gestern durchwachsene Informationen. Laut ADP soll sich der Arbeitsmarkt in hervorragender Verfassung befinden. Mehr Aufschluss darüber wird es jedoch erst morgen geben.

Der ISM für das Dienstleistungsgewerbe kühlte sich dagegen leicht ab, liegt aber weiterhin auf hohem Niveau.

Das Protokoll der letzten FOMC-Tagung lässt den Schluss zu, dass es trotz der Sorgen einiger Fed-Vertreter vor einer zu geringen Teuerungsdynamik drei bis fünf Zinsschritte im laufenden Jahr geben könnte. Zentral dafür dürfte weiterhin die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und mit ihr die Lohn- und Preisentwicklung sein. Dazu könnte es heute durchaus neue Hinweise durch die beiden US-Notenbanker geben, die sich im Tagesverlauf äußern werden.

Renten3Mit den Vorgaben aus Asien dürfte der Bund Future heute freundlich in den Tag starten. Danach sollte er sich zwischen 159,05 und 160,75 bewegen. Die Emissionen aus Frankreich werden trotz langer Laufzeiten aufgesogen werden. Die Rendite von 10-jährigen US-T-Bonds dürfte zwischen 2,08 und 2,23% liegen.

Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben