Bond Market Report am 24. Februar: US-Immobiliendaten, Ölpreis, Fed, EZB

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Nach den gestrigen Negativschlagzeilen – schwacher Ifo-Geschäftsklimaindex und der kräftige Rückgang des US-Verbrauchervertrauens trotz robustem Arbeitsmarkt – gehen Marktteilnehmer heute erneut in den „Risk-off“-Modus über – DAX und Co. geben am Mittag deutlich ab. Erneut machen sich Sorgen vor einer Eintrübung der weltwirtschaftlichen Entwicklung breit. Der rückläufige Ölpreis unterstützt das negative Sentiment – trotz des zunehmend in Schieflage geratenden US-Fracking-Sektors dürfte der Angebotsüberhang beim Rohöl wohl auch weiterhin Bestand haben und dadurch ein Ansteigen der Preise verhindern. Neben Daten vom US-Immobilienmarkt stehen am Nachmittag einmal mehr Aussagen der US-Notenbanker im Hinblick auf mögliche Zinserhöhungen oder auch nicht im Fokus. Das Meinungsbild hierzu bleibt diffus. Eine Leitzinserhöhung im März ist nicht ausgeschlossen, auch wenn die Kapitalmärkte weitere Zinserhöhungen für das gesamte laufende Jahr für nahezu ausgeschlossen halten.

Ausgewählte Daten des Tages
Zeit       Land         Indikator                                              Periode       Schätzung       Letzter

13:00       US           Hypothekenanträge (W/W, in %)           8. KW              k.A.                  8,2
16:00       US           Verkäufe neuer Häuser (in Tsd.)             Jan.               520                 544
                IT             2032 Linker
                GE           2044 Bonds
                US           Auktion von 34 Mrd. USD 5 J Notes, Aufstockung 2 J Floater um 13 Mrd. USD
                EC           EZB-Redner: Weidmann (Jahresabschluss Bundesbank)
                US           Fed-Redner: Bullard, Kaplan, Lacker
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research

Themen des Tages
• überwiegend schwach ausgefallene Konjunkturdaten

• weitere Geldpolitik der Fed bleibt unklar
• es zeichnet sich kein Ende für den Produktionsüberschuss beim Öl ab

Marktkommentar
Nun schlugen sich die Sorgen vor einer Eintrübung der weltwirtschaftlichen Entwicklung auch bei der deutschen Industrie deutlich nieder. Trotz der ausgezeichneten Geschäfte im letzten Jahr ging der Wert des Ifo-Geschäftsklimaindikators erneut zurück.

Die deutschen Unternehmen sorgen sich allmählich um ihre Absatzmärkte. Vermutlich wird man das in den nächsten Monaten auch in den Auftragseingängen sehen können. Es wird also unbedingt Zeit, die deutsche Industrie wettbewerbsfähiger zu machen bzw. zu halten, ansonsten dürften die Planungen für den Bundeshaushalt und die Länderhaushalte in nicht allzu ferner Zukunft Makulatur sein.

Renten1Sollten sich die eingetrübten Aussichten der deutschen Industrie auf den Arbeitsmarkt und dann den privaten Verbrauch übertragen, dürfte es zu nicht unerheblichen Wachstumsanpassungen kommen. Das Ifo-Institut geht zumindest davon aus, dass die Wachstumsprognosen von Ende letzten Jahres nun zu prüfen (zu reduzieren) seinen.

Die Konjunkturinformation aus Deutschland ließ denn sogleich die Hoffnung auf die Ausweitung des QE-Programms im März aufkommen. Bislang halten sich die europäischen Notenbanker abgesehen von Aussagen, nach denen man handlungsbereit sei, mit konkreteren Aussagen zurück. Vermutlich sollen nach der Erfahrungen vom 3. Dezember keine Erwartungen geschürt werden, die nicht gehalten bzw. in guter EZB-Manier übertroffen werden können.

Zudem steht die EZB bei der Erhöhung des QE-Volumens vor der Aufgabe der Umsetzung oder der Frage, was über Staatsanleihen, Anleihen staatsnaher Institutionen usw. noch angekauft werden kann.

Zudem könnte es ja durchaus sein, dass bei einer weiter fortschreitenden Anhäufung von Staatsanleihen bei den einzelnen europäischen Notenbanken das Argument der „Staatsfinanzierung“ einer Prüfung unterzogen wird, unabhängig davon, ob das Material auf dem Sekundärmarkt erworben wurde.

Auch aus den USA gab es nicht zwingend gute Nachrichten: Das Verbrauchervertrauen des Conference Board ging kräftig zurück, obwohl die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt sehr gut ist und sich Lohnanstiege abzeichnen. Zugleich dürften die verfügbaren Einkommen aufgrund der niedrigen Energiepreise zugenommen haben.

Dafür konnten die Daten vom Immobilienmarkt überzeugen. Mit der Zahl der Verkäufe neuer Immobilien steht heute auch nur eine Konjunkturinformation an, die es zu beachten gilt.

Renten2Daneben werden die Aussagen der US-Notenbanker wieder einmal im Hinblick auf mögliche Zinserhöhungen oder auch nicht untersucht. Das Meinungsbild hierzu bleibt diffus. Eine Leitzinserhöhung im März ist nicht ausgeschlossen, auch wenn die Kapitalmärkte weitere Leitzinserhöhungen für das gesamte laufende Jahr für nahezu ausgeschlossen halten.

Von den Energiepreisen werden kaum neue Impulse für die Teuerung ausgehen. Es sieht ganz danach aus, als ob der Angebotsüberhang trotz scheinbar immer bedrohlicher Situationen für die US-Fracker bestehen bleibt. Eine Reduzierung des Angebots von OPEC & Co ist derzeit nicht absehbar.

Renten3In Anbetracht der Vorgaben vom asiatischen Handel heute früh und den USA gestern Abend sowie der rückläufigen Ölpreise dürfte Vorsicht angesagt sein, was dem Bund Future mit Gewinnen in den Handel starten lassen sollte. Im Tagesverlauf dürften die Aussagen der US-Notenbanker für Impulse sorgen. Die italienischen Linker dürften gut aufgenommen werden.

Der Bund Future dürfte sich zwischen 164,65 und 166,15 bewegen. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sollte zwischen 1,65 und 1,85% schwanken, wobei die Emission der 5-jährigen T-Notes durchaus eine Herausforderung darstellen sollte.

Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben