Bond Market Report am 12. Januar: US-Berichtssaison, Fed, EZB, Auktionen

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Nachdem bereits zum Wochenauftakt kaum relevante Konjunkturdaten zur Veröffentlichung anstanden, herrscht auch heute weitgehend Ebbe im Datenkalender. Folglich bleiben entsprechende Marktimpulse von konjunktureller Seite aus. Neben der beginnenden US-Berichtssaison werden Marktakteure heute einen Blick auf die Reden der jeweiligen Notenbank-Vertreter von EZB und Fed werfen. Allerdings dürfte es aus beiden Lagern kaum Neues zum jeweils angestrebten geldpolitischen Kurs geben. Ferner stehen zahlreiche Neuemissionen und Aufstockungen von Staatsanleihen im Fokus, die vereinzelt für etwas Druck auf laufende Notierungen sorgen werden, insgesamt aber problemlos zu platzieren sein sollten.

Ausgewählte Daten des Tages
Zeit       Land         Indikator

US           Auktion von 24 Mrd. USD 3 J Notes
AS           2024/35 Bonds
GE           2026 Linker
IT             12 M Schätze
NE           2033 Bonds
US           Fed-Redner: Fischer, Lacker
EC           EZB-Redner: Lautenschläger, Praet
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research


Themen des Tages
• Keine neuen Hinweise zur künftigen Geldpolitik der Fed
• Griechenland und die Haushaltsdefizite

Marktkommentar
Konjunkturdatenseitig herrschte gestern Ebbe. Es wurden kaum relevante Daten veröffentlicht. Das ist heute nicht anders. Erst im weiteren Verlauf der Woche stehen einige Datenschwergewichte an.

Von den US-Notenbankern war auch nichts Neues hinsichtlich des künftigen geldpolitischen Kurses zu erfahren. Weiterhin sieht es nach drei bis fünf Zinserhöhungen für das laufende Jahr aus, wenn es die Datenlage denn zulässt.

Dementsprechend sollte man von den Aussagen der Fed-Vertreter nicht zu viel erwarten. Sie werden zum einen ihre bekannten Positionen wiederholen und zum anderen auf die Datenabhängigkeit der Geldpolitik hinweisen.

Im Mittelpunkt wird die mittelfristige Inflationsentwicklung stehen. Wahrscheinlich wird es selbst nach dem ersten Treffen des FOMC in diesem Jahr Ende Januar nicht viel klarer werden, wie die Fed die Geldpolitik steuern will. Die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs wird den Kapitalmärkten noch eine ganze Zeit lang erhalten bleiben.

Renten1Von den europäischen Notenbankern wird es ebenfalls kaum Neues zur EZB-Politik geben. Es sollte lediglich deutlich werden, dass es hinsichtlich der erneuten Ausweitung des QE-Programms oder anderer geldpolitischer Maßnahmen unterschiedliche Auffassungen im EZB-Rat gibt.

Heute dürften zumindest am Morgen die zahlreichen Neuemissionen und Aufstockungen von europäischen Staatsanleihen auf dem Markt lasten. Neben Österreich und den Niederlanden mit Langläufern haben Spanien und Belgien Banken für die Emission von 10-jährigen Laufzeiten via Syndikat mandatiert. Das dürfte für etwas Druck auf die Anleihenotierungen sorgen, auch wenn die neuen Staatsanleihen insgesamt problemlos platzierbar sind.

Von besonderem Interesse ist dabei die Aufnahme der 10-jährigen spanischen Papiere. Schließlich verfügt das Land nach wie vor über keine neue Regierung, und es sieht immer noch nicht danach aus, als ob sich das in Kürze ändern könnte. Bleibt die Unsicherheit bestehen, dürfte das auch auf die Wirtschaft durchschlagen.

In den nächsten Tagen, spätestens aber ab kommenden Montag, dürfte Griechenland wieder zurück in den Schlagzeilen sein. Neben der immer noch nicht durchgeführten Reform des Rentensystems scheinen sich kleinere Haushaltslücken zu offenbaren, die durch die griechische Regierung mit entsprechenden neuen Maßnahmen zu schließen sind. Die Konflikte mit den Kreditgebern sind also bereits vorprogrammiert.

Renten2Ansonsten dürften sich die Blicke auf die US-Berichtssaison richten. Alcoa lieferte durchwachsene Informationen. Immerhin berichtete das Unternehmen von einer anziehenden Nachfrage nach Aluminium.

Der Bund Future dürfte heute Morgen etwas leichter in den Handel starten und sich im Tagesverlauf zwischen 158,60 und 159,90 bewegen. Die Rendite von 10-jährigen US-T-Bonds dürfte zwischen 2,08 und 2,25% liegen. Im Zuge der beginnenden Wochenrefinanzierung kann es heute Abend zu leichtem Druck auf die Notierungen kommen.

Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben