Anleihen heute im Fokus: Alno, Wöhrl, Eyemaxx, MS Deutschland

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Mittelstandsanleihen im Fokus
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Die vergangene Handelswoche, in der vor allem Mittelstandsanleihen der Konsumgüterbranche im Fokus standen und die Insolvenz von Prokon die Schlagzeilen beherrschte, endete turbulent. Trotz zur Stunde noch fehlender News dürfte auch die letzte Handelswoche im Auftaktmonat Januar nicht minder spannend werden.

Der Freitagshandel endete für die Anleihen der Alno AG, vermeldete zuletzt die Übernahme der AFG Küchen von der Schweizer AFG Arbonia-Forster-Holding, und der Rudolf Wöhrl AG mit jeweils gut +4% im positiven Bereich. Nach mauen Zahlen für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 (April bis Juli) verlief der Start in das neue Geschäftsjahr 2013/14 für Wöhrl erfolgreich. Zuletzt bestätigte Euler Hermes zudem das Corporate Rating bei BB. Investoren, die in zweieinhalb Wochen, am 12. Februar, die erstmalige Ausschüttung aus dem 6,5%-Kupon über 1,95 Mio. EUR erwarten dürfen, finden das 30 Mio. EUR umfassende Wöhrl-Wertpapier (2013/18) nach wie vor anziehend – Kurs: 109%, entspricht aber nur gut 4% jährliche Rendite. Unter den Tagesgewinnern im Entry Standard tummelten sich auch die Bonds von Karlie (+3%) und Travel24 (+2%).

Die Verkaufsliste im Frankfurter Mittelstandssegment führten dagegen die Schuldverschreibungen von gamigo (-8%), S.A.G. I (-5%) und Eyemaxx II (-3%) an. Für die im Frühjahr 2012 begebene 7,75%-Eyemaxx-II-Anleihe im Wert von über 11 Mio. EUR steht in Kürze die jährliche Überprüfung des Anleihe-Ratings an. Im Vorjahr bestätigte Creditreform das bereits bei Emission zuerkannte Rating von BBB+.

Weiterhin in unsicheren Rating-Gewässern bewegt sich die 50 Mio. EUR große Traumschiffanleihe der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH, die nach der Aussetzung des Ratings durch Scope kurz vor Weihnachten noch immer über kein gültiges Folgerating verfügt. Da ein aktuelles Rating laut Geschäftsordnung für den Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierbörse aber Voraussetzung für eine fortlaufende Notierung im Entry Standard für Anleihen ist, könnte bei Nichtvorlage eines solchen demnächst der Ausschluss und damit der „Untergang“ in den einfachen Freiverkehr drohen. Unterdessen äußerte sich MS Deutschland Geschäftsführer Christopher Nolde in der BILD-Zeitung, wie er den Luxusdampfer wieder auf Profitkurs bringen möchte.

Im Fokus standen zum Wochenende auch die Schuldverschreibungen diverser Insolvenzkandidaten: So führten beispielsweise die getgoods.de AG (+7%) und Centrosolar Group (-10%) die Top- bzw. Flop-Performer-Liste im Stuttgarter Bondm an. Im mittelstandsmarkt sicherte sich der 10-Mio.-EUR-Bond der insolventen hkw Personalkonzepte mit einem Tagesverlust von knapp 14% die Rote Laterne, dicht gefolgt von der 7,38%-Anleihe der e.n.o. energy (-10%). Die Bonds von zamek (7,75%-Kupon, 45 Mio. EUR Volumen; +3%) und von friedola (7,25%-Kupon, 13 Mio. EUR; +2%) setzten sich derweil an die Spitze der Tagesgewinner im Düsseldorfer Mittelstandssegment.

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