Anleihen heute im Fokus: Travel24, SAG Solarstrom, Scholz und hkw

Scholz setzt auf Schrott - auch einige Anleihen könnten dem Häcksler zum Opfer fallen...
Scholz

SAG Solarstrom wie auch hkw Personalkonzepte werden sicherlich auch heute wieder auf den Top- und Flop-Listen zu finden sein. Travel24 wird derweil von seiner Vergangenheit eingeholt.

So meldeten die Leipziger noch gestern Nacht, dass die seit Ende letzten Jahres laufenden Ermittlungsverfahren gegen Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzenden der Travel24.com neue Durchsuchungsmaßnahmen in den Geschäftsräumen nach sich gezogen hätten.

Gegenstand ist nach wie vor der Vorwurf angeblicher Steuerhinterziehung aufgrund abweichender umsatzsteuerrechtlicher Behandlung einer Flugdienstleistung, so Travel24. Auch Computerbetrug führe die Staatsanwaltschaft an, da eine von Travel24 verwendete AGB unwirksam sei. Auch wenn das Unternehmen die Vorwürfe entschieden zurückweist – man hätte die vermeintlich falschen Umsatzsteuersätze auch auf kleiner Flamme durch eine normale Sonderprüfung des Finanzamtes klären können –, ist kaum vorstellbar, dass der Reisedienstleister heute unter den Tagesgewinnern zu finden sein wird.

Bei SAG Solarstrom steht das Urteil über das Ausmaß der jüngsten Kursverluste in den nächsten Tagen an: Am 14. ist Zinstermin für die erste SAG-Anleihe. Die Freiburger werden unter dem Eindruck des Ergebnisses der jüngsten (gescheiterten) Verhandlungen den gesamten Geschäftsbereich Anlagenbau auf den Prüfstand stellen. Kurz danach folgte Creditreform mit dem Hinweis, dass man das Rating beider SAG-Anleihen ausgesetzt habe bis neue Einschätzungen von Seiten SAG beigebracht würden. Beide Anleihen brachen peu à peu auf zuletzt 25% ein.

Hinweis: First Berlin Equity Research fasst die vergangenen Ereignisse der S.A.G. Solarstrom AG in einer aktuell wertenden Kurzanalyse noch einmal zusammen: Da diese nicht auf der Seite abrufbar ist, schicken Sie uns auf Twitter (oder via eMail) bitte eine Nachricht, wenn Sie die haben möchten.

Personaldienstleister hkw ist zahlungsunfähig und hat Insolvenzantrag gestellt (10.12.). Hintergrund sei, dass „Schuldner der Emittentin nicht fristgerecht an die hkw Personalkonzepte GmbH gezahlt haben und der Emittentin daher Liquidität zur Zahlung der Zinsen auf die Anleihe fehlt,“ hieß es in der Pressemitteilung. Bis auf niedrige einstellige Prozentpunkte ging es herunter mit dem Bond.

Nichts Neues bei Scholz: Der Schrottrecycler  hält sich jetzt seit Wochen stabil über 70% – und das ist erwähnenswert, weil auch Scholz im Zuge der November-Kurskapriolen auf mittlere 50%-Werte eingebrochen war, sich aber davon erholte. Ob Anleiheinvestoren nach wie vor nicht zur Kasse gebeten werden bei der laufenden Restrukturierung, dahinter machten wir seit der ersten Stunde ein Fragezeichen.

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