Anleihen heute im Fokus Steilmann, Singulus

Geld verbrennen
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Neuer Hammer am KMU-Anleihemarkt: Nach der German Pellets Havarie Anfang Februar gab die Steilmann SE gestern Abend bekannt, im Zuge des aktuellen Geschäftsverlaufs zahlungsunfähig zu sein und nunmehr unverzüglich Insolvenzantrag zu stellen. Zwischenzeitlich geführte Sanierungsverhandlungen hätten demnach nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

Das Pleitebekenntnis war nach den wenig modischen 9-Monats-Geschäftszahlen 2015 und der Umsatz- und Gewinnwarnung Mitte Dezember – übrigens auch bei der Tochter Adler Modemärkte – zwar nicht vollkommen überraschend, andererseits aber auch nicht zwingend jetzt zu erwarten. Selbst das Unternehmensrating lautet bis heute auf „BBB-“ und entspricht damit noch einem Investment-Grade-Urteil.

Der familiengeführte Modekonzern hat aktuell drei Unternehmensanleihen im Gesamtvolumen von etwa 88 Mio. EUR und Laufzeiten zwischen März 2017 und September 2018 im Umlauf. Die drei Bonds wurden überwiegend mittels institutioneller Privatplatzierung emittiert bzw. zwischenzeitlich auf diesem Wege aufgestockt – wie viele Private insofern direkt von der Insolvenz betroffen sind, ist derzeit noch nicht absehbar. Das Modelabel, dass erst im November vorigen Jahres in einem mehr als holprigen und zudem noch abgespeckten Börsengang auf dem Aktienmarktparkett debütierte, setzte eigenen Angaben zufolge 2014 mit über 8.300 Mitarbeitern in 18 Ländern rund 900 Mio. EUR um.

Derweil erklärte Adler Modemärkte am Morgen, durch die Steilmann-Insolvenz keine nennenswerten Auswirkungen auf ihr operatives Geschäft sowie auf ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten.

Die Singulus Technologies AG veröffentlicht ihren Konzernjahresabschluss 2015: Danach kletterten die Konzernerlöse u.a. dank zweier Großaufträge im Segment Solar um über ein Viertel auf 83,7 Mio. EUR. In den Segmenten Optical Disc und Halbleiter waren die Umsatzerlöse dagegen rückläufig. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbuchte der Spezialmaschinenbauer im Berichtsjahr einen Verlust -34,5 Mio. EUR (2014: -49,1 Mio. EUR) – vor Wertminderungs- und Restrukturierungsaufwendungen ergab sich ein EBIT von -18,2 Mio. EUR (2014: -27,8 Mio. EUR). Unterm Strich verblieb ein Nettoverlust von -43,4 Mio. EUR (Vj.: -51,6 Mio. EUR) auf den Büchern, bereinigt: -27,1 Mio. EUR nach noch -30,3 Mio. EUR im Jahr zuvor. Zum Bilanzstichtag betrugen die liquiden Mittel etwa 19 Mio. EUR.

Für die kommenden Monate strebt Singulus eine umfassende Konzernrestrukturierung an, die im Kern eine Kapitalherabsetzung, den Tausch von Anleiheschulden in Firmenanteile, die Ausgabe eines neuen besicherten Bonds sowie die anschließende Durchführung einer Barkapitalerhöhung vorsieht.

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