Anleihen heute im Fokus: eno energy, Ekosem-Agrar, Adler Real Estate, Karlie

e.n.o Windpark Plauerhagen bei Plau am See
Foto @ eno energy GmbH

Vor der 2ten AGV der eno energy GmbH am 25. Februar im Ostseebad Rerik wird der Wind rauer: So wird kritisiert, dass die von eno angestrebte Verlängerung der Laufzeit der 7,375%-Anleihe (2011/16) um drei Jahre bei gleichbleibenden Kupon ohne angemessene Gegenleistung für die betroffenen Anleihegläubiger erfolgen soll.

Zwar begründete das Windenergieunternehmen das Vorhaben damit, dass die geplante Anleiheverlängerung ein wesentlicher Teil „des nachhaltigen und auf Wachstum ausgerichteten neuen Finanzierungskonzeptes“ sei, handfeste Gründe, die den Bondholdern die Notwendigkeit der Laufzeitverlängerung nachvollziehbar erklären, fänden sich bis dato allerdings nicht. Daneben habe eno laut dem Research von Murphy & Spitz durchaus die Möglichkeit, die Anleihe fristgerecht zum 30. Juni 2016 abzulösen. So haben die Rostocker nicht betriebsnotwendige Windparkbetreibergesellschaften mit „erheblichen Bewertungs- und Finanzierungsreserven“ im Bestand, die sich wiederum „ergebnisschonend und mit einem erheblichen Liquiditätszufluss realisieren“ ließen (s.S. 10 f.).

Die Murphy&Spitz Nachhaltige Vermögensverwaltung AG hat ihrerseits ein Ergänzungsverlangen für die kommende eno-AGV eingereicht, das im Kern folgende Beschlussvorschläge macht:

– Verlängerung der Anleihe bis 31. März 2018
– Bonus von bis zu 1% auf den Nominalwert bei vorzeitiger Rückzahlung
– zusätzlicher Bonus für die Anleiheinhaber von 1% auf den Nominalwert, zahlbar zum ursprünglichen Ablauftermin am 30. Juni 2016
– Besicherung der Anleihe durch Windenergievorhaben mit einer Gesamtleistung von mind. 10 MW
– Wahl und Bestellung eines gemeinsamen Anleihevertreters zum Zwecke der Sicherheitenbestellung und Besetzung des Beirats – vorgeschlagen wird WP/StB Horst Mantay, MSW GmbH
– Einrichtung eines Beirats, der regelmäßig über die fortlaufende betriebswirtschaftliche Entwicklung der eno energy-Gruppe informiert wird

Vor dem Wochenende wurde außerdem noch bekannt, dass die virtuelle Gläubigerabstimmung der Bondholder der Ekosem-Agrar GmbH wegen nicht ausreichender Gläubigerpräsenz beschlussunfähig war. Im Zeitraum vom 16. bis 19. Februar sollte über eine angekündigte Verlängerung der Anleihen 2012/17 und 2012/18 abgestimmt werden. An der Abstimmung zu Ekosem I nahmen rund 20% des ausstehenden Anleihekapitals von 50 Mio. EUR teil, zur Abstimmung bei Ekosem II waren etwa 17% des umlaufenden Kapitals von 78 Mio. EUR vertreten. Angesichts der Beschlussunfähigkeit werden nun für den 16. März (Ekosem I) und 17. März (Ekosem II) Folgetreffen einberufen. Die Treffen, bei der geringere Anforderungen an die Beschlussfähigkeit gelten, werden jeweils als Präsenzversammlungen in Wiesloch (bei Walldorf) stattfinden. Weitere Informationen sind unter http://www.ekosem-agrar.de/de/investor-relations abrufbar.

Neue Rating-Updates von Scope Ratings gab es zuletzt für die Adler Real Estate AG und die Karlie Group GmbH.

Kurse- und Chartverlauf der genannten KMU-Anleihen finden Sie hier. Zum BondGuide Musterdepot geht’s hier.

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