„Seit zwölf Jahren schwarze Zahlen“

Dr. Günter Schamel, CEO, Mox Telecom AGQuelle: Mox Telecom AG

Die Mox Telecom AG vermarktet seit vielen Jahren erfolgreich Prepaid-Karten für kostengünstige Auslandsgespräche. Jetzt emittiert der Ratinger Mittelständler eine Anleihe mit einem Volumen bis zu 35 Mio. EUR. Im Gespräch mit BondGuide erläutert CEO und Gründer Dr. Günter Schamel das neue Geschäftsfeld und seine Wachstumspläne.

BondGuide: Herr Dr. Schamel, Ihr Hauptumsatzträger sind Prepaid-Produkte. Warum sind diese Geschäfte attraktiv?
Schamel: Seit der Gründung im Jahr 1998 fokussieren uns auf Menschen mit einem hohem Bedarf an Auslandstelefonaten. Seit zwölf Jahren schreiben wir mit Produkten für diese Zielgruppe schwarze Zahlen. Wir sind damit in 50 Ländern aktiv und erfolgreich. Mox Telecom ist ein klassisches mittelständisches Unternehmen mit einem erfahrenen Management. Als Gründer bin ich nach wie vor einer der Hauptaktionäre der Gesellschaft.

BondGuide: Welche weiteren Geschäftsbereiche gibt es?
Schamel: Insgesamt sind wir in drei Geschäftsbereichen tätig. Hauptumsatzträger ist der Telekom-Bereich mit einem Anteil von über 95%. Das Kernprodukt ist hier die Prepaid-Telefonkarte, von der wir über 2.500 Varianten anbieten. Mit Moneyshare ist unser Produktbereich Mox Prepaid MasterCard gemeint. Es handelt sich dabei um eine Debit Card, die wir bereits erfolgreich in Deutschland etabliert haben. In unserer Tochtergesellschaft Mox Deals AG bündeln wir unser Produktportfolio im E-Commerce.

BondGuide: Was genau verbirgt sich hinter Mox Deals?
Schamel: Der Telekom-Bereich ist ein B-to-B-Geschäft, das heißt, wir verkaufen unsere Produkte an Großhändler. Im E-Commerce-Bereich wenden wir uns dagegen sowohl an Händler als auch an Endverbraucher – über eigene Web-Plattformen. Wir haben positive Erfahrungen mit E-Commerce bereits in drei Ländern – Vereinigte Arabische Emirate, Singapur und Vietnam – gemacht und diese Geschäfte in einer eigenen Holding, der Mox Deals AG,  zusammengefasst. Hier wollen wir unsere 20 Mio. Kunden aus dem Telekom-Bereich für weitere Produkte und Dienstleistungen nutzen. Auf den Web-Plattformen bieten wir zum Beispiel Hotelübernachtungen, Reisen oder Restaurant-Gutscheine an. Der Verkauf wird durch Promotion oder Werbung in TV- oder Printmedien unterstützt.

BondGuide: Welche Geschäftsziele wollen Sie in den nächsten Jahren erreichen? Schamel: Wir wollen Mox Deals weiter ausbauen und internationalisieren. Mit dieser Sparte streben wir in den nächsten zwei Jahren einen Anteil am Gesamtumsatz von 25 bis 30% an. Gleichzeitig soll der Telekom-Bereich kontinuierlich um 10% wachsen. Hier planen wir, in ausgewählten Märkten ­– zum Beispiel Südostasien und Afrika – weiter zu expandieren.

BondGuide: Sie sind an der Börse aktiennotiert. Warum haben Sie sich nicht für eine Kapitalerhöhung entschieden?
Schamel: Seit 2006 ist die Mox Telecom AG im Entry Standard der Frankfurter Börse. Wir haben in den letzten Jahren bereits einige Kapitalerhöhungen durchgeführt. Unsere Eigenkapitalquote liegt derzeit bei 43%. Eine weitere Kapitalerhöhung würde diese schon sehr hohe Quote nochmals erhöhen. Deshalb setzen wir beim zukünftigen Wachstum auf eine börsennotierte Anleihe, um beim Fremdkapital die notwendige Diversifizierung zwischen Banken- und Anleihe-Finanzierung zu erreichen. Die Eigenkapitalquote soll aber auch in den nächsten Jahren über 30% bleiben. Durch die Anleihe erhoffen wir uns zudem positive Effekte für den Aktienkurs.

BondGuide: Wofür wollen Sie die Finanzmittel aus der Anleihe verwenden?
Schamel: Zunächst wollen wir die weitere Expansion des Telekom-Bereichs – besonders in Asien und Afrika – finanzieren. Außerdem soll ein Drittel des Erlöses in den Ausbau des neuen Geschäftsbereichs Mox Deals fließen. Mit dem dritten Drittel wollen wir unsere Bilanzstruktur optimieren, das heißt, gegebenenfalls Verbindlichkeiten und Kredite ablösen.

BondGuide: Warum haben Sie sich für eine Notierung im Bondm der Stuttgarter Börse entschieden?
Schamel: Bondm ist bekannt dafür, dass dort auch Privatanleger zeichnen. Das war bei der Entscheidung für den Börsenplatz der wichtigste Grund. Beim Eigenkapital setzen wir unseren Schwerpunkt auf institutionelle Anleger. Mit unserer Anleihe möchten wir uns jetzt auch dem Retailmarkt öffnen.

BondGuide: Welche Sicherheiten bieten Sie den Anlegern?
Schamel: Mit einem Cashflow von 20 Mio. EUR sind wir heute schon in der Lage, die Anleihe über die komplette Laufzeit zu finanzieren. Trotz des Bonds soll unsere sehr hohe Eigenkapitalquote auch in Zukunft über 30% liegen.

BondGuide: Herr Dr. Schamel, vielen Dank für das interessante Gespräch!

Das Interview führte Thomas Müncher

Anleiheübersicht – Mox Telecom AG

WKN

A1RE1Z

Erstnotiz

2. November

Zeichnungsfrist

22. bis 31. Oktober

Kupon

7,25%

Stückelung

1.000 EUR

Laufzeit

5 Jahre

Emissionsvolumen

bis zu 35 Mio. EUR

Rating

BBB (Creditreform)

Marktsegment

Bondm (Börse Stuttgart)

Internet

www.mox.de

Geschäfts- und Kennzahlen – Mox Telecom AG

 

2011

2012e

2013e

Umsatz *)

210,9

218,0

236,5

EBITDA *)

14,1

10,3

12,6

Jahresüberschuss *)

5,0

4,8

6,4

*) in Mio. EUR
Quelle: Close Brothers Seydler Research, Unternehmensangaben

Bewertung – Mox Telecom AG

Wachstumsstrategie/Mittelverwendung:

****

Peergroup-Vergleich:

***

Kennzahlen (Zinsdeckung, Gearing o.Ä.):

****

IR/Bond-IR:

****

Covenants:

***

Liquidität im Handel (e)

***

Fazit by BondGuide

**** (attraktiv)