Interview mit Wolfgang Bläsi, CFO, Ekotechnika GmbH

Wolfgang Bläsi, CFO von Ekosem Agrar sowie auch CFO von Ekotechnika

BondGuide: Herr Bläsi, Sie sind auch CFO von Ekosem-Agrar. In welcher Verbindung steht Ekotechnika zu Ekosem-Agrar und wie hoch Ihr Umsatzanteil mit dem Agrarunternehmen?
Bläsi: Stefan Dürr ist Gründer und Mehrheitsgesellschafter beider Unternehmen. 2011 haben wir uns für eine klare rechtliche Trennung entschieden, weil sich die Geschäftsmodelle und damit auch die Finanzierung grundlegend unterscheiden. Als größter Milchproduzent Europas ist Ekosem natürlich ein Referenzkunde. Deren Anteil an unserem Gesamtumsatz liegt bei 6%.

BondGuide: Operativ sind Sie mit dem Landmaschinenhandel in Russland tätig. Warum scheint es für Sie schwierig, dort genügend Investoren zu finden?
Bläsi: Es ist überhaupt nicht schwierig, dort Investoren zu finden. Aber eine breit diversifizierte Finanzierung erhöht die Sicherheit.

BondGuide:
Wie margenstark ist der Handel mit landwirtschaftlichen Maschinen?
Bläsi: Bei Neumaschinen liegt die operative Marge etwa bei 12 bis 14%. Bei unserem Wachstumstreiber Aftersales ist sie deutlich höher – bei Ersatzteilen und im Gebrauchtmaschinenhandel beispielsweise bei rund 30%. Daher sind wir zuversichtlich, die Konzernmarge in den kommenden Jahren zu steigern.

BondGuide: Haben Sie an Ihren Standorten denn Exklusivrechte für John-Deere-Produkte?
Bläsi: Es gibt – genauso wie in Deutschland – keine juristische Exklusivität, aber eine wirtschaftliche. John Deere arbeitet in jeder Region nur mit einem Händler zusammen und unterstützt uns nach besten Kräften.

BondGuide:
Ihre Eigenkapitalquote lag Ende des letzten Geschäftsjahres bei 3,2%.Welche Ziele wollen oder können Sie hier erreichen?
Bläsi: Die Erhöhung der Eigenkapitalquote – die ja bei Handelsunternehmen in der Regel unterdurchschnittlich ist – hat bei uns in den kommenden Jahren oberste Priorität. In den kommenden drei Jahren wollen wir eine Quote von 10% erreichen. Daher haben wir uns auch zu einer Ausschüttungssperre verpflichtet.

BondGuide: Ist die Korruption in Russland für Ihre Geschäfte ein Problem? Bläsi: Mit diesem Vorurteil werden wir leider immer wieder konfrontiert. Bei uns spielt sie jedenfalls keine Rolle. Dennoch sind wir in den vergangenen 15 Jahren zum größten Landtechnikhändler aufgestiegen.

BondGuide: Sie setzen auf die Strahlkraft von internationalem Landwirtschafts-Know-how in Russland. Wie ist die Konkurrenzsituation?
Bläsi: Weltweit zählt der Landtechnikmarkt zu den Branchen mit den höchsten Wachstumsraten. Dabei ist Russland für alle Hersteller einer der Treiber. Die riesigen Agrarbetriebe im größten Flächenstaat der Welt sind ohne modernste Technik nicht zu bewirtschaften – das gilt umso mehr, seit die Löhne ein vergleichsweise hohes Niveau erreicht haben. Als Partner des Weltmarktführers John Deere sind wir in einer sehr guten Position im Wettbewerb.

BondGuide: Der Kupon Ihrer Anleihe ist hoch. Auch hoch genug?
Bläsi: Aus unserer Sicht bieten wir mit 9,75% ein attraktives Chance- Risiko-Verhältnis für Anleger, die an den Megatrend Agrar glauben und ihr Portfolio auch regional diversifizieren wollen – dieses Feedback haben wir bisher auch von Investoren bekommen. Als führender Landtechnikhändler im größten Flächenstaat der Welt mit dem Weltmarktführer John Deere im Rücken verfügen wir über eine exzellente Marktposition.

BondGuide: Herr Bläsi, vielen Dank für das interessante Gespräch!
Das Interview führte Thomas Müncher.

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