„Den Wachstumsschub und die neue Anleihe in Ruhe strategisch vorbereitet“

Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH (REA) - Billigung des Wertpapierprospekts für die Anleihe 2018/2025 heute erfolgt
Foto @ Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH (REA)

BondGuide im Gespräch mit Ulrich Jehle und Jürgen Steinhauser, Gründer und Geschäftsführer der Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH (REA), über die aktuelle KMU-Anleiheemission, den Schwenk in der operativen Geschäftsausrichtung und eine angepeilte Kommunikationsoffensive.

BondGuide: Herr Jehle, Herr Steinhauser, wir steigen gleich mal direkt ein: Warum wieder eine Unternehmensanleihe? Der Kapitalmarkt hatte Sie ja nicht immer verständnisvoll bedacht, als Sie 2015 ein Problem mit der Anleihelaufzeit hatten. Dann kam für REA II, ehemals Maritim Vertrieb, aber eine Vollplatzierung der 50 Mio. EUR zustande. Ein Wechselbad der Gefühle?
Jehle: Das stimmt – da hatte uns die Zeitschiene einen Streich gespielt. Mit der ursprünglich gewählten Laufzeit von 3 ½ Jahren bei der Anleihe, damals Maritim Vertrieb, haben wir uns einfach einen Puffer unterschlagen. Das führte zu unnötigen Diskussionen. Diese wollten wir keinesfalls noch einmal haben. Daher haben wir Konsequenzen gezogen.

BondGuide: … und dann ja auch mal eben das Geschäftsmodell 100% ausgetauscht für die Folgeanleihe.
Steinhauser: Die projektbezogene Geschichte mit den Schleppschiffen ging 2015 zu Ende. Das war absehbar und eigentlich auch schon bei Begebung der Anleihe 2012 so gedacht. Wir haben den Plan des Strategieschwenks schon sehr frühzeitig entwickelt und unsere alte Netzwerkidee aufgriffen, die da lautete: bezahlbaren Wohnraum als Anlageklasse in den Fokus zu rücken. Mit der Vollplatzierung der damals ersten REA-Anleihe haben wir offenbar auch den Nerv der Zeit bei Investoren getroffen.
Jehle: Ja – ein überschaubares Produkt, für eine nachhaltige Investition. Um jetzt weiter wachsen zu können, genau dafür ist ja unsere Folgeanleihe 2018/25 gedacht.

Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH (REA) - Billigung des Wertpapierprospekts für die Anleihe 2018/2025 heute erfolgtBondGuide: Die Laufzeit von sieben Jahren weicht einigermaßen von der Norm ab. Haben Sie von der damaligen – um ehrlich zu sein: spitz auf Knopf genähten – ersten Erfahrung seinerzeit mit Maritim etwas ins Heute mitgenommen?
Jehle: Da muss man unterscheiden. Das Geschäft mit den Schleppschiffen war sehr statisch – Wachstum oder Wertsteigerung waren dabei kaum möglich.
Steinhauser: Bei Immobilien ist das anders, so planen wir ein Wachstum auf bis zu 5.000 Einheiten im Bestand bis zum Jahr 2020. Bis man die Rückflüsse aus dem Zukauf hat, gehen allerdings einige Jahre ins Land – daher die Laufzeit von sieben Jahren. Für eine Entwicklungszeit im Portfolio geht man in der Regel von drei bis fünf Jahren aus, auch ‚Vierjahresplan‘ genannt in der Branche. Kurzum: Dieses Mal wollten wir auf Nummer sicher gehen, und haben diesen Wachstumsschub und die Anleihe in Ruhe strategisch vorbereitet und ebenso kalkuliert.