FED-Chef Bernanke: „Alles ist denkbar!“

Wolfgang Juds; CREDO Vermögensmanagement

Am vergangenen Mittwoch, den 17. Juli 2013 hat FED-Chef Ben Bernanke vor dem amerikanischen Kongress die Unterscheidung von dem Anleihekaufprogramm der US-Notenbank und ihrer Zinspolitik erläutert. Welche Bedeutung hat dies auf die künftige Zinsentwicklung? Müssen wir uns als Anleger bald auf steigende Zinsen einrichten?

In der abgelaufenen Woche verlief der Handel am Rentenmarkt weitgehend richtungslos. Die Marktteilnehmer warteten gespannt auf die Aussagen von US-Notenbank Ben Bernanke vor dem amerikanischen Kongress. Bernanke hat in seinen Aussagen erneut klargestellt: Eine Verringerung des Anleihekaufprogrammes US-amerikanischer Staatsanleihen sei für den Herbst zu erwarten. Dieser Prozess könnte bis Mitte 2014 abgeschlossen sein. Das bedeutet nicht, dass die Leitzinsen dann auch zwangsläufig steigen werden. Vor Mitte 2015 ist damit nicht zu rechnen.  Eine Festlegung der FED ist dies allerdings nicht – im Gegenteil: Alles hängt von der Entwicklung der US-Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in Amerika ab. Erst wenn die Zahlen stimmen, kommt es zu den angekündigten Schritten.

Was  bedeutet dies für die künftige Zinsentwicklung?
Angesichts der Rekordverschuldung in den USA und den übrigen westlichen Industrienationen ist ein hohes Zinsniveau, wie wir es von früher kennen, ziemlich unwahrscheinlich. Viele Staaten hätten Mühe, ihren Kapitaldienst dauerhaft zu bedienen. Auch EZB-Chef Draghi hat dies deutlich zum Ausdruck gebracht: Die Zinsen in Europa bleiben auf absehbare Zeit niedrig. Allerdings ist es dennoch möglich, dass die Zinsstrukturkurve steiler wird und das Niveau am langen Ende weiter ansteigt. Für den mutigen Anleger bietet dieses Umfeld auch Chancen: An schwachen Tagen am Rentenmarkt kann sich der Einstieg bei Anleihen durchaus lohnen, wenn ein Investor bereit ist, Kursschwankungen zu akzeptieren. Der intelligente Investor begreift die Volatilität als Chance – wie beim anstehenden Sommerschlussverkauf. Bei Schnäppchen heißt es: Zugreifen, solange die Preise günstig sind! Sind die Preise hoch und die Anleihen teuer, ist Vorsicht geboten. Die Steilheit der Zinsstrukturkurve kann Ihnen als Anhaltspunkt dienen. Nutzen Sie daher die Schwankungen zur Optimierung Ihrer Rentenstrategie!

Wolfgang Juds,
CREDO Vermögensmanagement GmbH