Draghi überrascht die Märkte!

Wolfgang Juds; CREDO Vermögensmanagement

Nachdem in den letzen Wochen über steigende Zinsen spekuliert wurde und die Rentenmärkte mit Kursverlusten reagiert haben, gab es am vergangenen Donnerstag nun die klare Botschaft von EZB-Chef Mario Draghi: „Der EZB-Rat erwartet, dass die wichtigsten EZB-Zinssätze für eine längere Zeit auf dem gegenwärtigen Niveau oder darunter liegen werden.“ Im Klartext heißt dies nichts anderes, als dass es auf absehbare Zeit in der Eurozone keine steigenden Zinsen gibt. Es lohnt sich nicht, gegen die EZB zu spekulieren. Die Sorgen um einen möglichen weiteren Schuldenschnitt in Griechenland, nachlassende Sparbemühungen auf Zypern und eine Regierungskrise in Portugal hatten die Risikoaufschläge für Anleihen zuletzt wieder ansteigen lassen. Nach der Draghi-Rede stiegen die Kurse von Risiko-Assets deutlich an. Der Bund Future konnte sich im Lauf der Woche zumindest leicht befestigen. Die USA hingegen feierten am 4. Juli ihren Unabhängigkeitstag. Erst die Arbeitsmarktdaten am Freitag brachten Bewegung in den US-Handel. Die Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosigkeit überraschten positiv. Danach betrug die Zahl der neu geschaffenen Stellen im Juni 195.000 – 30.000 Arbeitsplätze mehr als von den Analysten geschätzt wurde. Dennoch stagniert die Arbeitslosenquote bei 7,6%. Daraufhin gingen amerikanische Anleihen auf Talfahrt. Es macht sich die Angst vor steigenden Zinsen in den USA breit. Bleiben die Zinsen niedrig oder steigen sie tendenziell wieder an? Welcher Trend setzt sich durch – der der EZB oder der der FED?  Es bleibt auf jeden Fall spannend!
Es grüßt Sie herzlich, Ihr Wolfgang Juds