Das Ende der Rezession– steigen jetzt die Zinsen?

Wolfgang Juds; CREDO Vermögensmanagement

Starke Wirtschaftsdaten in der Eurozone und verbesserte Arbeitsmarktdaten in den USA könnten zu steigenden Zinsen führen – so die Sorge vieler Anleger. Ist sie aber auch wirklich berechtigt?

In der abgelaufenen Woche kam es zu einer deutlichen Korrektur am Rentenmarkt. Setzt sich der Trend zu steigenden Renditen weiter fort oder gibt es neue Kaufgelegenheiten? Endlich wächst sie wieder – die Wirtschaft in der Eurozone legt zu. Nach sechs Quartalen Rezession in Folge kam es im 2. Quartal 2013 zu einem Zuwachs von 0,3%. Besonders die beiden größten Volkswirtschaften Deutschland (+0,7%) und Frankreich (+0,5%) überraschten positiv.

Aber auch aus den Reformländern kamen ermutigende Zahlen, die signalisieren, dass die wirtschaftliche Erholung inzwischen greift. So erreichte Portugal ein Plus von 1,1%, was in dieser Höhe nicht erwartet wurde. In Italien (-0,2%) und Spanien (-0,1%) zeichnet sich zumindest eine Konsolidierung ab. Die Daten sind ermutigend!

Allerdings kam es am Dienstag, den 13. August zu einem Ausbruch der Renditen am Rentenmarkt. Die Kurse gingen deutlich zurück, während die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihen an einem Tag von 1,7% auf 1,8% anzogen. Der Bund Future verlor in der abgelaufenen Woche etwa 200 Basispunkte und stabilisiert sich bei 140 Zählern.

Wie sieht es in den USA aus?
Auch in den USA verbessert sich das wirtschaftliche Umfeld. Zwar fielen die Daten gemischt aus, aber insbesondere am US-Arbeitsmarkt zeichnet sich eine weitere Verbesserung ab. Das führte am Markt zu der Erwartung, die Fed könnte bereits im September damit beginnen, ihre Anleihekäufe zu reduzieren. Auch wenn sich innerhalb des Gremiums noch keine einheitliche Linie in dieser Frage zeigt, zog die Rendite der 30-jährigen US-Treasuries auf 3,8% an.

Momentan beherrscht die Angst vor dem Ende der ultralockeren Geldpolitik der Fed das Handelsgeschehen. Langfristig sollte sich der Blick jedoch auf die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft richten. Die zarte positive Entwicklung der Wirtschaft in Europa und in den USA stimmt die Investoren optimistisch für Aktien. Anleihen werden abgestoßen. Wir befinden uns nach einer tiefen Rezession in einer Bodenbildung und am Beginn eines neuen Aufschwungs.

Allerdings kann niemand sagen, wie stark und wie selbsttragend er ausfallen wird. Die Zentralbanken sind vorsichtig. Daher bieten sich gerade in der Konsolidierung am Rentenmarkt neue Gelegenheiten. Die nächsten Wochen werden uns weiteren Aufschluss darüber geben, wie es mit der Wirtschaft weitergeht.

Wolfgang Juds,
Inhaber der CREDO Vermögensmanagement GmbH