Smart Solutions: Restrukturierungskonzept abgesegnet

Smart Solutions Holding: Sollen die Anleihegläubiger kalt enteignet werden?
Foto @ Smart Solutions Holding GmbH

Anleihegläubiger der kriselnden Smart Solutions Holding GmbH (SSH; vormals Sympatex Holding) stimmten auf der finalen 2ten Anleihegläubigerversammlung dem vorgeschlagenen Restrukturierungsplan und damit ihrer Abfindung zu – Rettung auf den letzten Metern?

Der entsprechende Beschluss wurde mit einer Zustimmung von über 90% des abstimmenden Anleihekapitals gefasst. Konkrete Zahlen zur Teilnahme- und Abstimmungsquote wurden indes nicht kommuniziert.

Bei der AGV-Neuauflage waren die Bondholder aufgerufen, dem von der Beteiligungsholding der auf Funktionstextilien spezialisierten Sympatex Technologies (STX) angestrebten Sanierungskonzept durch umfangreiche Änderung der Anleihebedingungen ihren Segen zu erteilen und damit den Verkauf von STX an einen namentlich nicht genannten Investor für den symbolischen Kaufpreis von 1 EUR zu ermöglichen.

Smart Solutions IHS 2013/18 (WKN: A1X3MS)

Smart Solutions IHS 2013/18 (WKN: A1X3MS)

Im Gegenzug wird ihnen eine einmalige „Abfindung“ von 10% der gesamten Anleihenforderung über nominal 13 Mio. EUR (ohne Zinsen!) in Aussicht gestellt, mit der das Engagement in SSH zugleich vollständig endet – d.h. sie verzichten damit auf sämtliche Zins- und Tilgungsansprüche aus der Anleihe.

Laut SSH konnte dadurch die Insolvenz der Gesellschaft, in der mit einer noch geringeren Quote hätte gerechnet werden müssen, erfolgreich abgewendet werden.

„Mit dieser Zustimmung ist die Smart Solutions Holding einen erheblichen Schritt vorangekommen, die Sympatex Technologies wie geplant an einen Investor zu verkaufen und ihr in diesem neuen Rahmen eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen“, kommentiert Dr. Rüdiger Fox, Sprecher der Geschäftsführung der Smart Solutions Holding und gleichzeitig CEO der Sympatex Technologies.

© Sympatex Technologies GmbH

© Sympatex Technologies GmbH

„Wir sind allen Beteiligten dankbar für den konstruktiven Dialog in den vergangenen Wochen, der es ermöglicht hat, die finanzielle Last der unvermeidlichen Restrukturierung auf viele Schultern zu verteilen“, ergänzt Haiko Stüting, CFO beider Unternehmen. „Sowohl der bisherige Shareholder als auch die Gläubiger haben einem nennenswerten Verzicht zugestimmt, so dass der neue Investor bereit war, den verbleibenden Betrag für die Gesamtkosten der Transaktion aufzubringen.“

Wenig überraschend scheiterte die erste Anleihegläubigerversammlung am Teilnahmewillen der eingeladenen Anleiheinhaber – das Gläubigertreffen Anfang Oktober war insofern nicht beschlussfähig und musste dementsprechend in einer Folgeveranstaltung nachgeholt werden.

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